Weitere 850 deutsche Stellen gestrichen
Bombardier verschärft Stellenabbau

Der kanadische Bahn- und Flugzeugbauer Bombardier verschärft den Kahlschlag in der Belegschaft. Allein in den deutschen Werken sollen bis Ende 2006 weitere 850 Arbeitsplätze abgebaut werden.

HB BERLIN/MONTREAL. Dies sagte Bombardier-Sprecher Ulrich Bieger am Mittwoch in Berlin. Bombardier hatte bereits im Frühjahr den Abbau von 1 500 Stellen in Deutschland angekündigt.

Weltweit will Bombardier zusätzlich 2200 Stellen streichen. Vor allem betroffen seien aber Deutschland, Großbritannien und Kanada. Als Grund für den zusätzlichen Personalabbau nannte Bombardier die schwachen Prognosen für die Entwicklung des europäischen Marktes. Angesichts geringerer Wachstumsprognosen im europäischen Kernbereich für Schienenfahrzeuge werde die Bombardier Transportation ihre geplante Restrukturierung ausweiten, teilte Bombardier in Montreal mit. Der geplante Stellenabbau soll bis April 2006 nun insgesamt 7600 Mitarbeiter oder 21 Prozent der Gesamtbelegschaft treffen.

Allein im größten deutschen Werk im brandenburgischen Hennigsdorf sollen 515 Stellen der etwa 2000 Arbeitsplätze wegfallen. Dort würden bereits Gespräche mit dem Betriebsrat laufen, hieß es. Geplant sei ferner, im Werk Kassel 65, in Mannheim 81, in Aachen 40 sowie in Bautzen 48 Stellen zu streichen. In Niesky sei seit längerem der Wegfall von 100 Stellen bekannt, sagte Bieger. In Görlitz sollen vier Stellen wegfallen.

Das Waggonbauwerk Halle-Ammendorf mit 640 Beschäftigten, das vom Bombardier-Konzern Ende 2005 aufgegeben wird, soll als eigenständiges Unternehmen mit der Hälfte der heutigen Belegschaft erhalten bleiben. Die neue Gesellschaft wird nach einem am Dienstag in Magdeburg vorgestellten Konzept von Gewerkschaft und Betriebsrat vor allem Reisezugwagen aus den früheren GUS-Staaten modernisieren. Zudem soll in Kooperation mit einem ukrainischen Partner eine neuer Reisezugwagen entwickelt und produziert werden. Derzeit werden in Ammendorf noch ICE-Waggons gebaut.

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