Weitere Bank soll zahlen
Parmalat fordert Milliarden von Credit Suisse

Der Lebensmittelkonzern Parmalat verklagt den Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse auf Schadenersatz in Zusammenhang mit den Betrügerein, die zum Konkurs des italienischen Unternehmens führten.

HB MAILAND. Der Umfang liegt bei 7,1 Milliarden Euro. Dies ging aus Unterlagen in Zusammenhang mit der erneuten Börsennotierung Parmalats hervor. Credit Suisse wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Die Bank werde die Ansprüche anfechten, teilte die Investmentbank-Tochter CSFB am Dienstag mit.

Parmalat war Ende 2003 unter der Schuldenlast von mehr als 14 Mrd. Euro zusammengebrochen. Gemeinsam mit den Banken hatten die Manager aus Parma ein System von Scheinfirmen und Finanzvehikeln aufgebaut, das von Liechtenstein bis auf die Cayman Islands reichte. Durch Luftbuchungen versteckten sie Schulden und frisierten Bilanzen. Internationale Banken halfen, das Ganze durch Kredite und Anleihen zu finanzieren. Wirtschaftsprüfer unterschrieben die Bilanzen. Viele italienische Familien, die ihr Vermögen in Parmalat-Anleihen und -Aktien investierten, haben ihr Geld verloren. Parmalat geht am Donnerstag wieder an die Mailänder Börse.

Insolvenzverwalter Enrico Bondi verlangt insgesamt 26 Mrd. Euro Schadensersatz von den Banken, die seiner Ansicht nach mitschuldig sind, da sie schon lange vor dem Zusammenbruch von den Problemen des Unternehmens wussten. In Mailand wird bald der Prozess gegen einige Institute stattfinden. Angeklagt sind die Deutsche Bank, Morgan Stanley, Citigroup, UBS und Banca Intesa. Ein Termin steht noch nicht fest.

Die von italienischen Zeitungen am Dienstag veröffentlichten Unterlagen zeigten zudem, dass der Lebensmittelkonzern Erstattungen von insgesamt 7,46 Milliarden Euro fordert für Mittel, die das Unternehmen in den Monaten vor dem Konkurs an verschiedene Banken gezahlt hatte.

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