Weitere Hürden bestehen
Spanische Börsenaufsicht genehmigt Eon-Endesa-Fusion

Die spanische Börsenaufsicht CNMV hat nach Monate langem Ringen dem deutschen Energieversorger Eon die Genehmigung für die Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa gegeben. Doch bevor Eon mit dieser Fusion zum größten Versorger weltweit werden kann, muss der Konzern noch weitere Hürden nehmen.

HB MADRID. Die Madrider Börsenaufsicht CNMV gab am Donnerstag nach Monate langem Ringen mit den spanischen Behörden nach eigenen Angaben grünes Licht für das 37 Mrd. Euro teuere Übernahmeangebot des Düsseldorfer Stromriesen.

Ein Erfolg der Übernahmepläne würde Eon zum größten Energieversorger weltweit machen. Allerdings hat Eon noch einige weitere Hürden vor sich. So hat Endesa gerichtliche Schritte gegen ein Kaufangebot des spanischen Energieversorgers Gas Natural eingeleitet. Durch die Klage ist nicht nur die Offerte von Gas Natural eingefroren, sondern nach spanischem Recht auch die Eon-Offerte. Daher kann Eon noch nicht damit beginnen, Aktien von Endesa einzusammeln.

Außerdem hat das spanische Baukonzern Acciona angekündigt, seine Endesa-Beteiligung auf knapp unter 25 Prozent erhöhen zu wollen, was die Übernahmepläne von Eon ebenfalls deutlich erschweren dürfte.

Die Blockade könnte auf zwei Wegen aufgehoben werden: So könnte Gas Natural sein deutlich niedrigeres Angebot zurückziehen und damit den Weg für Eon freimachen. Eon-Chef Wulf Bernotat hat dem Konkurrenten für diesen Fall Gespräche über eine Kooperation in Aussicht gestellt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Endesa seine Klagen gegen Gas Natural zurückzieht. In diesem Fall würden aber voraussichtlich noch Wochen vergehen, ehe die Gerichte auch die Einstweiligen Verfügungen aufheben.

Eon will mit Endesa in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger aufrücken. Der Konzern traf dabei jedoch von Anfang an auf Widerstand in Spanien. Vor wenigen Wochen tat sich mit dem Einstieg des spanischen Mischkonzerns Acciona bei Endesa eine weitere Front auf. Acciona hält inzwischen knapp 20 Prozent an Endesa und könnte versuchen, die Übernahmepläne zu durchkreuzen. Bernotat hatte kürzlich gesagt, nach einem Treffen mit Acciona-Managern sehe er derzeit keine Basis für weitere Gespräche. Diese seien aber zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

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