Weitere Kapitalquellen sollen erschlossen werden
Mitsubishi: Zweiter Sanierungsplan kommt später

Die Mitsubishi Motors Corp. (MMC) hat die Vorstellung des für diese Woche erwarteten zweiten Sanierungsplanes auf Ende Januar verschoben. Damit wolle der in Schieflage geratene japanische Autobauer mehr Zeit für die Ausarbeitung von Strategien für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen gewinnen, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag und bestätigte entsprechende Presseberichte.

HB TOKIO. Zudem benötige der Konzern mehr Zeit, um weitere Kapitalquellen zur Verbesserung seiner Finanzsituation zu erschließen. MMC verhandelt nach eigenen Angaben mit Nissan Motor Co. Ltd. über eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Kleinstwagen.

Nach Angaben von MMC beeinflusst die Verschiebung des Sanierungsplanes nicht die Unterstützung des Konzerns durch die zum Mitsubishi-Konglomerat gehörende Bank Mitsubishi Tokyo Financial (BTM), dem Handelshaus Mitsubishi Corp und dem Maschinenbauer Mitsubishi Heavy Industries sowie von Phoenix Capital. Aus Kreisen der Mitsubishi-Gruppe hatte es geheißen, Verhandlungen mit den drei MMC- Hauptaktionären BTM, Mitsubishi Corp und Mitsubishi Heavy Industries über ein Hilfspaket, darunter eine Finanzspritze von bis zu 200 Mrd. Yen (1,45 Mrd. €) stünden kurz vor dem Abschluss.

Die Zeitung „Yomiuri Shimbun“ berichtete am Dienstag, der Sanierungsplan solle komplett überarbeitet werden. Er könnte möglicherweise Finanzhilfen von bis zu 300 Mrd. Yen von den drei Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe vorsehen. Dagegen berichtete die Zeitung „Mainichi Shimbun“, MMC wolle BTM und andere Gläubiger um einen Schuldenerlass in Höhe von insgesamt 300 Mrd. Yen bitten. MMC wies dies allerdings zurück. Ein Schuldenerlass sei nicht im Gespräch, sagte ein Sprecher. MMC hatte im Frühsommer bereits 3,4 Mrd. € frisches Kapital eingesammelt, nachdem der deutsch-amerikanische Partner DaimlerChrysler angesichts des Ausmaßes der Sanierung seine finanzielle Unterstützung eingestellt hatte.

Kernbestandteil des aktualisierten Sanierungsplans dürfte eine Ausweitung der Zusammenarbeit bei Kleinstwagen mit Nissan sein. Nissan hatte angekündigt, dass bald mit einem Abschluss der Verhandlungen darüber zu rechnen sei. Die Kleinwagen mit bis zu 600 Kubikzentimeter Hubraum sind in Japan steuerbegünstigt und machen bis zu einem Drittel des Pkw-Marktes aus.

„Mainichi Shimbun“ berichtete weiter, MMC wolle seine einzige Produktionsanlage in den USA in Illinois an die US-Investmentgesellschaft Ripplewood verkaufen und das Werk danach für einen gewissen Zeitraum zur Produktion mieten. Ripplewood lehnte eine Stellungnahme dazu ab. MMC-Aktien verloren an der Tokioter Börse gegen den Branchen- und Markttrend 3,33 %.

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