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Porsche sichert sich Spielraum für VW-Kauf

Porsche kommt trotz Finanzkrise bei der Übernahme des Volkswagen-Konzerns voran. Die Holding des Stuttgarter Sportwagenbauers gab am Montag bekannt, dass die Verhandlungen über eine Ausweitung des Kreditrahmens fortgeschritten seien und im Laufe des März abgeschlossen werden könnten.

MÜNCHEN. Demnach wird eine Gruppe von Banken die bestehende Kreditlinie in Höhe von zehn Mrd. Euro um weitere 2,5 Mrd. aufstocken. Porsche will mit dem Geld seinen Anteil an Volkswagen von derzeit 50,1 Prozent auf 75 Prozent ausbauen.

Porsche steht unter Zeitdruck, weil der laufende Kredit bis zum 22. März umgeschuldet werden muss. Branchenkreisen zufolge bezahlen die Zuffenhausener den beteiligten Banken hohe Zinsaufschläge. Im vergangenen Jahr gab es zwischen den Geldhäusern und Porsche Irritationen, weil der Sportwagenhersteller die Kredite zwar abgerufen, aber nicht voll in VW-Aktien investiert hat. Das günstig geliehene Geld hat Porsche gewinnbringend angelegt – zum Ärger der Hausbanken von Porsche.

Operativ bekommt der Sportwagenhersteller die Krise voll zu spüren. Der Umsatz der Porsche-Holding sank im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 um 12,8 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Der Absatz brach in dem Zeitraum von August bis Januar sogar um 26,7 Prozent ein. Dass die Erlöse weniger sinken als die Verkäufe, liegt vor allem an der Runderneuerung des Topmodells 911. Stark eingebrochen sind hingegen die Verkäufe des Boxster, der in diesen Wochen vor dem Modellwechsel steht. Auch die Verkäufe des Geländewagens Cayenne brachen um ein Viertel ein.

Ergebniszahlen für das Halbjahr will Porsche bis zum 31. März nachliefern. Das operative Ergebnis habe zwar im Rahmen der Umsatzentwicklung abgenommen. Der Konzern weist aber eigenen Angaben zufolge nach wie vor eine „zweistellige Umsatzrendite“ auf. Porsche verweist auf erneut „ positive Effekte“ aus Aktienoptionsgeschäften im Zuge der VW-Beteiligung. Damit sei das Ergebnis vor Steuern weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr betrug es 1,34 Mrd. Euro. Hinzu kommt ein Ergebnisbeitrag aus Wolfsburg: Die Zuffenhausener warten noch auf die Ergebnisse ihrer VW-Beteiligung, die sie in ihrem Halbjahresbericht für fünf Monate „at equity“, also anteilig bewerten.

An der Börse zog die Porsche-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen in einem schwachen Gesamtmarkt bis zum Nachmittag leicht auf 33,05 Euro an. Händler begründeten die Reaktion mit dem leicht über den Erwartungen liegenden Umsatz. In den vergangenen Wochen hat Porsche an der Börse viel Prügel bezogen.

Equinet kassierte in der vergangenen Woche die Kaufempfehlung der Porsche-Aktie mit der Begründung, eine weitere Aufstockung bei Volkswagen ergebe derzeit keinen Sinn. Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas warnt vor einer zu hohen Verschuldung bei Porsche. Seit Januar hat die Aktie stärker als der Dax verloren.

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