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Volkswagen heizt Expansions-Fantasie an

Die Spekulationen über Volkswagens Absicht, sich weitere Marken einzuverleiben, reißen nicht ab. VW-Patriarch Piëch macht Druck bei der Zusammenführung von MAN und Scania unter dem Dach der Wolfsburger. Ein Auge hat Volkswagen offenbar auch auf Suzuki geworfen. Der Einstieg bei dem japanischen Hersteller könnte rasch erfolgen.

fas/mcs/HB MÜNCHEN/HAMBURG. Die Mutmaßungen über die Zukunft von MAN trieben die Aktie des LKW-Bauers nach einer wochenlangen Kursrallye am Freitag kurzzeitig auf ein neues Jahreshoch. Die Börse reagierte damit auf Aussagen von VW-Vertriebschef Detlef Wittig. Der VW-Manager hatte zuvor erneut erklärt, einen "integrierten Mehr-Marken-Nutzfahrzeugbereich" schaffen zu wollen.

Das Ziel ist bekannt, der Weg mühsam: Volkswagen hält über 29 Prozent an MAN und 70 Prozent an dem schwedischen LKW-Konzern Scania. Vor exakt drei Jahren hatte MAN erfolglos versucht, seinen schwedischen Konkurrenten zu übernehmen, und geriet anschließend selbst in die Fänge von VW. Seitdem herrscht ein Schwebezustand. Alle Beteiligten betonen die grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen zu einer Allianz im kriselnden LKW-Geschäft. Passiert ist aber bislang wenig.

Besonders Ferdinand Piëch stört das. "Zur Zeit geht es zu langsam vorwärts. Es wird schneller gehen", sagte der VW-Patriarch auf der Automesse IAA. Die Führungsrolle bei der Integration der LKW-Marken sieht er bei Volkswagen. Details müsse er allerdings "vorher dem Vorstand sagen". Piëch ist sowohl Aufsichtsratschef von VW, als auch von MAN. Piëch sieht in der deutsch-schwedischen LKW-Ehe die Abrundung des neuen VW-Konzerns, der durch die beschlossene Porsche-Übernahme in eine neue Dimension vorrückt.

"Die LKW-Allianz unter dem Dach von Volkswagen steht auf der Agenda", sagt Analyst Christian Aust von der Unicredit. Unklar bleibt allerdings, ob die Wolfsburger MAN tatsächlich übernehmen wollen. Kauft VW weitere Aktien, ist ein Pflichtangebot fällig. "Eine Vollübernahme von MAN durch Volkswagen käme Wolfsburg sehr teuer", sagt Aust. Bei derzeitigen Börsenkursen wären sechs Milliarden Euro zu berappen. Spekuliert wird auch über ein absichtlich niedrig dotiertes Pflichtangebot, das faktisch kaum ein außenstehender Aktionär annehmen würde. Danach hätte VW freie Hand.

Eine zweite Möglichkeit läge in einem Verkauf des Scania-Anteils von VW an MAN. Damit wäre die Finanzierung in München zu stemmen, Volkswagen hätte zunächst Luft. Erst in einem zweiten Schritt könnten MAN und Scania unter dem Dach von VW verschmolzen werden.

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