Weitere Preissteigerungen geplant
Rohstoffkosten bremsen Degussa aus

Degussa leidet weiter unter den hohen Rohstoffpreisen. Der Spezialchemiekonzern hat im zweiten Quartal etwas weniger verdient als von Branchenexperten erwartet. Dennoch hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest. Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht hat klare Vorstellungen, wie das zu schaffen ist.

HB DÜSSELDORF. „Wir konnten nicht nur die Nachfrage nach unseren Produkten deutlich steigern, sondern gleichzeitig unsere Verkaufspreise anheben“, sagte Felcht am Montag. Im Schnitt seien Erhöhungen um drei Prozent durchgesetzt worden, bei einigen Produkten seien aber auch deutliche Preisminderungen erforderlich gewesen, räumte der Spezialchemiehersteller ein. Nun hofft Degussa auf das zweite Halbjahr, um den angepeilten leichten Anstieg von Umsatz und Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im laufenden Jahr noch zu erreichen.

Der Konzernüberschuss des Chemieunternehmens schrumpfte im zweiten Quartal nach Fremdanteilen und ohne die zum Verkauf stehende ertragsschwache Sparte Lebensmittelzusatzstoffe um sechs Prozent auf 96 Mill. €. Experten hatten mit einem Anstieg auf 111 Mill. € gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 256 (254) Mill. € und lag damit ebenfalls unter den Analystenerwartungen. Der Umsatz, der zu fast drei Viertel im Ausland erzielt wird, kletterte um 1,8 % 2,97 Mrd. €. Ohne die Lebensmittelchemie, die im vergangenen Jahr 526 Mill. € umgesetzt hatte, ergibt sich ein Umsatzanstieg um sieben Prozent.

Auch die Prognose für das Gesamtjahr bezieht der Konzern nun auf das Kerngeschäft ohne die unter dem scharfen Wettbewerb leidende Lebensmittelchemie. „Wir behalten unseren Ausblick für das Gesamtjahr auf Basis adjustierter Zahlen aufrecht“, sagte eine Konzernsprecherin. Degussa gehe weiterhin davon aus, den Anstieg der Rohstoffkosten durch weitere Preissteigerungen bis zum Jahresende ausgleichen zu können und erwarte unverändert einen leichten Anstieg bei Umsatz und Ebit. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechterten und dass die Rohstoffpreise nicht noch weiter stiegen.

Analysten äußerten sich enttäuscht über die Ergebnisse. „Im Vergleich zu DSM hat Degussa nur einen konservativen Ausblick bekräftigt und muss noch eine Menge zu tun, um dieses Ziel zu erreichen“, sagte Stephan Kippe von der WestLB. Der niederländische Rivale hatte jüngst deutlich bessere Zahlen und Prognosen vorgelegt. „Erfreulich ist aber, dass die Preise erhöht werden konnten, außerdem gibt es ein Mengenwachstum“, sagte Sven Dopke von M.M. Warburg. „Der Wettbewerbsdruck ist allerdings extrem hoch und man muss sehen, ob die Preiserhöhungen auf Dauer durchsetzbar sind.“ Er halte die Jahresprognose für erreichbar. Die Landesbank Rheinland-Pfalz stufte die Aktien auf „Underperformer“ von „Marktperformer“ zurück, behielt aber das Kursziel von 36 € bei.

Die operativen Ergebnisse in den wichtigsten Unternehmensbereichen waren rückläufig. In der Feinchemie, die mit 28 % den größten Teil zum Gesamtumsatz beiträgt, brach das Ebit um 40 % auf 42 Mill. € ein. Das Ebit im Bereich Coatings und Füllstoffe schrumpfte um zwölf Prozent auf 78 Mill. €. Die Bereiche Bauchemie, Spezialpolymere und Services legten dagegen zu.

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