Weitere Proteste geplant
Airbus steht vor unruhigen Zeiten

Am Freitag sind Tausende Airbus-Mitarbeiter gegen die geplanten Stellenstreichungen beim Flugzeugbauer auf die Straße gegangen. Ihre Forderung ist einfach: Das Management soll die Sparpläne zurücknehmen. Für den Fall, dass dies nicht geschieht, haben die Gewerkschaften bereits Pläne geschmiedet.

HB HAMBURG/PARIS. Rund 25 000 Menschen beteiligten nach IG-Metall-Angaben am Freitag allein in Deutschland an Kundgebungen. In den meisten Werken ruhte die Arbeit. Demonstrationen gegen den Sanierungsplan der Konzernspitze gab es auch in Frankreich, Großbritannien und Spanien. Beim Airbus-Sitz in Toulouse machten 7 000 Menschen ihrem Ärger Luft. Es gab Pfiffe und Buh-Rufe für das Management.

Allein in Hamburg beteiligten sich laut Gewerkschaft 20 000 Beschäftigte von Airbus und Zulieferfirmen an dem europaweiten Aktionstag, die Polizei sprach von 10 000 Menschen. Von allen deutschen Standorten waren Mitarbeiter nach Hamburg gekommen. In keinem der sieben Werke in der Bundesrepublik sei regulär gearbeitet worden, hieß es von der IG Metall.

„Die angespannte Lage bei Airbus fällt in die Verantwortung des Top-Managements. Die haben den Karren in den Dreck gefahren“, kritisierte IG Metall-Chef Jürgen Peters in Hamburg. „Die einen machen die Fehler und die Beschäftigten sollen dafür zahlen. Das machen wir nicht mit.“ Das Sanierungskonzept „Power 8“ der Unternehmensspitze sei einfallslos. Er forderte, den Airbusverbund zu sichern und die Standorte zu erhalten. Ein Verkauf von Werken löse die Probleme nicht. Zudem sprach er sich gegen betriebsbedingte Kündigungen aus.

Um die Kosten zu senken, will Airbus europaweit 10 000 der 52 000 Mitarbeiter von Bord schicken. Zudem plant das Unternehmen, einzelne Werke aus dem Konzern herauszulösen: in Deutschland Laupheim, Varel und Nordenham. Airbus ist vor allem wegen Lieferproblemen beim Riesenjet A380 in die Krise geraten und muss Milliarden einsparen.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sagte den Airbus-Mitarbeitern die volle Unterstützung der Politik zu. „Wir werden uns einschalten, mit allen Möglichkeiten, die wir haben“, sagte er unter dem Jubel der Menge. Der Konzern könne auch auf andere Art seine Zukunft sichern, als mit der Streichung von Arbeitsplätzen und dem Verkauf von Werken.

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