Die genaue Höhe der Kosten für das Sanierungsprogramm steht nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums noch nicht fest. Derzeit sei unklar, wie viele Opel-Mitarbeiter die angebotenen Möglichkeiten nutzen würden, sagte eine Sprecherin. Das seien zum größten Teil freiwillige Instrumente.
2005 wird auch über die Zukunft der Standorte entschieden. „Da geht es darum, wo die neue Mittelklasse gebaut wird, wo der neue Astra entwickelt wird und ob es eine Zusicherung für das Werk Bochum gibt“, sagte Franz. General Motors will Anfang 2005 entscheiden, ob die neue Mittelklasse im schwedischen Saab-Werk Trollhättan oder im Opel-Stammwerk Rüsselsheim gebaut wird. Nach Ansicht des Autoexperten Prof. Ferdinand Dudenhöffer sind in Bochum für den Erhalt des Werkes über 2010 hinaus weitere Einschnitte notwendig. Dazu zählt der Gelsenkirchener die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie den Abbau von Übertarifen und Sozialleistungen. Dann habe das Werk eine reele Chance, sagte Dudenhöffer dem „Kölner Express“.
Nach Einschätzung der IG Metall sind die angebotenen Abfindungen großzügig. „Es sind Abfindungshöhen, die weiter über dem in der Industrie üblichen Niveau liegen“, hieß es in einem Flugblatt der IG Metall, das bei Opel an die Arbeitnehmer verteilt wurde. So soll ein 50-jähriger Mitarbeiter, der seit 30 Jahren bei Opel arbeitet und 3600 € monatlich verdient, 216 000 € Abfindung erhalten. Wer freiwillig ausscheidet, kann auch die Abfindung mit dem Wechsel in die Gesellschaft kombinieren, bestätigte das Unternehmen.
In Kaiserslautern informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter am Freitag über die Auswirkungen des Sanierungskonzeptes für das Opel-Werk. Am Standort Bochum wird der Betriebsrat am Montag über die getroffene Vereinbarung beraten. Nach dem angekündigten Stellenabbau ging die Arbeit in den Opel- Werken am Freitag normal weiter. „Ich gehe nicht davon aus, dass es zu Streikaktionen kommt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Franz. Es habe auch keine Protestaktionen gegeben. Im Opel-Werk Bochum seien am gestrigen Donnerstag alle drei Schichten an Bord gewesen. Dort hatten die Arbeiter im Oktober nach der Bekanntgabe des Sanierungsplans in einem wilden Streik für sieben Tage die Arbeit niedergelegt. „Es besteht ein enormer Beratungsbedarf und ein riesengroßes Interesse der Mitarbeiter an Abfindungen“, sagte Franz. Personalbüros und Betriebsräte würden derzeit geschult, um interessierten Beschäftigten die Summen auszurechnen.