Weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen
Inbev will Deutschlands Bierkönig werden

Der belgische Brauereikonzern Inbev will mit seinen Bieren Marktführer in Deutschland werden und damit Dr. Oetker von der Spitze verdrängen. Dabei schließt Konzernchef Brock auch eine weitere Akquisition nicht aus. Inbev ist weltweiter Marktführer und betreibt in Deutschland unter anderem die Brauereien Beck's, Diebels und Hasseröder.

HB DÜSSELDORF. Der Weltmarktführer Inbev will Dr. Oetker vom Thron des deutschen Bierkönigs stoßen. „Wir sind hier in drei Jahren von null auf Platz zwei gekommen, aber wir müssen noch größer werden“, sagte der Chef des belgischen Brauereikonzerns, John Brock, in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der „WirtschaftsWoche“. „Wenn wir eine starke Marke finden, die zu uns passt, möchte ich eine weitere Akquisition nicht ausschließen.“ Brock räumt ein, dass einzelne Marken wie Diebels oder Hasseröder die Erwartungen bisher nicht erfüllten. „Wir schauen uns das deutsche Geschäft ganz genau an“, schilderte der Inbev-Chef. „Haben wir die richtigen Marken? Gibt es Lücken in unserem Portfolio, die wir schließen müssen? Gibt es Marken, von denen wir uns trennen sollten?“ Brauereischließungen in Deutschland wollte der Inbev-Chef nicht ausschließen. „Die Situation in Deutschland ist nicht anders als an anderen Standorten. Tatsache ist, dass wir weltweit 75 Brauereien haben, und das sind zu viele.“ Sollte die Hauptmarke Beck's weiter so schnell wachsen, plane Brock, das Bremer Bier demnächst auch woanders zu brauen - auf jeden Fall in Deutschland, möglicherweise in Bayern.

In Sachen Effizienz will Inbev den Wettbewerber Anheuser-Busch einholen. „Ich sehe keinen Grund, warum wir in den kommenden Jahren nicht auch 28 oder sogar 30 Prozent Umsatzrendite erreichen könnten.“ Der Brauriese Inbev entstand Ende August durch den Zusammenschluss der belgischen Interbrew mit der brasilianischen Ambev. Die Zentrale steht im belgischen Löwen. Nach früheren Angaben war der Absatz der Altbier-Tochter Diebels im ersten Halbjahr 2004 um 13,9 Prozent gesunken. Beim Pilshersteller Hasseröder in Sachsen-Anhalt betrug das Minus 12,1 Prozent. Das deutsche Flaggschiff Beck's hat inklusive der Variante Beck's Gold ein Absatzplus von 14,6 Prozent erzielt.

Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker war durch die Übernahme von Brau und Brunnen im Februar zum größten Bierhersteller in Deutschland aufgestiegen. Flaggschiffe sind die Marken Radeberger und Jever.

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