Weiterer Anteilsverkauf an EADS denkbar
Fonds verlangen von Zetsche rasche Erfolge

Nach dem Führungswechsel beim Autokonzern Daimler-Chrysler dringen Großanleger auf rasch steigende Gewinne. Die vom neuen Vorstandschef Dieter Zetsche mit einem drastischen Stellenabbau und Kostensenkungen angestoßene Sanierung von Mercedes und Smart soll bald Früchte tragen.

HB BERLIN. Zetsche stellte auf seiner ersten Hauptversammlung unter dem Beifall der Aktionäre mehr Gewinn beim Autokonzern in Aussicht. Gleichzeitig kündigte er am Mittwoch in Berlin den weiteren Umbau des Autokonzerns an: Die Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS solle weiter bis auf 15 Prozent verringert werden.

„Ich bin sicher, dass der Stern bald wieder ganz hell strahlen wird“, sagte Zetsche auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin. Auf neue Renditeziele wollte er sich aber nicht festlegen und stieß damit bei den Investoren auf Kritik. Der seit 100 Tagen amtierende Vorstandschef bekräftigte nur das vor einem Jahr ausgegebene Ziel, bei der in die Verlustzone abgerutschten Mercedes-Gruppe 2007 sieben Prozent Umsatzrendite zu erreichen. Der Aktienkurs gab um 0,7 Prozent auf 47,01 Euro nach.

Aktionärsschützer und die einflussreichen Fondsgesellschaften, die in den vergangenen Jahren mit Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp hart ins Gericht gegangen waren, stärkten dem neuen Konzernlenker am Mittwoch demonstrativ den Rücken. Sie bescheinigten ihm, die Probleme in Deutschlands größtem Industriekonzern erkannt und angepackt zu haben.

Jetzt müsse ein Ruck durch das Unternehmen gehen und die Sanierungsmaßnahmen verstärkt werden, erklärte Fondsmanagerin Pia Hellbach von Union Investment. Sie zeigte sich überzeugt, dass Zetsche dafür der richtige Mann sei. „Wir glauben an das Unternehmen und wir glauben - wieder - an die Führung des Unternehmens“, zeigte sich auch Thomas Neiße von der Fondsgesellschaft Deka zuversichtlich.

Die Investoren hielten sich aber mit Vorschusslorbeeren zurück: Mit sieben Prozent Rendite sei sie nicht zufrieden, sagte die Vertreterin der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS, Susan Levermann. „Oberstes Ziel muss sein, die Profitabilität endlich nachhaltig zu steigern, forderte sie. Union Investment kündigte an, weitere Daimler-Chrysler-Aktien erst dann zu kaufen, wenn konkretere Aussagen zur künftigen Gewinnentwicklung vorlägen.

Überraschenderweise zeigte sich Schrempp auf der Versammlung im Berliner ICC. Eine Geste, die ihm die Achtung auch langjähriger Kritiker einbrachte. „Dass Sie heute hier sind, finde ich menschlich in Ordnung“, erklärte Aktionärsschützer Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Ansonsten stellte er Schrempp aber ein „schlechtes Zeugnis“ aus und forderte gleichzeitig Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf, von seinem Posten zurückzutreten. Von den Rängen ertönten laute Buhrufe und Pfiffe, als Kopper Schrempp für dessen Tätigkeit dankte. Viele Redner warfen dem einstigen Konzernchef milliardenschwere Fehlentscheidungen vor.

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