Weiterer Ausbau der Kerngeschäfte geplant
Krebsmittel Erbitux beschert Merck Gewinnsteigerung

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im Schlussquartal 2004 dank seines neuen Krebsmittels Erbitux und seinem florierenden Flüssigkristallgeschäft operativ mehr verdient als vor Jahresfrist.

HB FRANKFURT. Der operative Gewinn habe sich um 19 Prozent auf 194,8 Millionen Euro erhöht, teilte die im Nebenwerteindex MDax gelistete Merck am Donnerstag in Darmstadt mit. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 191 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4,4 Prozent auf 1,339 Milliarden Euro. „Für das Gesamtjahr 2005 erwarten wir eine Fortsetzung von Mercks insgesamt guter Geschäftsentwicklung“, erklärte Konzernchef Bernhard Scheuble. Besonders optimistisch sehe Merck die Entwicklung des Flüssigkristallgeschäfts sowie des Krebsmedikaments Erbitux.

Nachdem der einstige Umsatztreiber der Pharmasparte von Merck - das Diabetesmedikament Glucophage - mittlerweile die harte Konkurrenz günstiger Nachahmerpräparate zu spüren bekommt, hat das Unternehmen zuletzt stärker auf die Produkte seiner noch jungen Krebssparte gesetzt. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern Erbitux in der EU auf den Markt gebracht. Das Mittel ist derzeit der größte Hoffnungsträger der Pharmasparte von Merck. Im Gesamtjahr 2004 erwirtschaftete Erbitux einen Umsatz von 77 Millionen Euro. Zudem profitierten die Darmstädter zuletzt in der Chemiesparte von der starken Nachfrage nach Flüssigkristallen. Merck ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen, die beispielsweise in TV-Flachbildschirmen und in Handy-Displays zum Einsatz kommen.

Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern im vierten Quartal einen Gewinn nach Fremdanteilen von 81,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von 36 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2004 stand damit ein Gewinn nach Fremdanteilen von 658,6 Millionen Euro in den Büchern, ein kräftiges Plus von 216 Prozent.

Analysten äußerten sich in ersten Reaktionen positiv zum Zahlenwerk der Darmstädter. „Der Umsatz liegt zwar etwas unter den Erwartungen, aber das ist nicht dramatisch, da sich der operative Gewinn gut entwickelt hat,“ sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing.

Seinen Aktionären schlug Merck für 2004 einen Dividende von 80 Cent plus einem einmaligen Bonus von 20 Cent vor. Für das Jahr 2003 hatte Merck eine Dividende von 80 Cent gezahlt.

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