Weiterer Stellenabbau geplant
MTU tritt weiter auf die Kostenbremse

Nach der Übernahme durch den US-Finanzinvestor KKR tritt der Triebwerkhersteller MTU auf die Kostenbremse und streicht mehrere hundert Arbeitsplätze. Der Abbau weiterer 542 Stellen soll MTU bis 2006 reif für die Börse machen.

HB MÜNCHEN. Ein Firmensprecher sagte am Freitag in München, nach dem 2003 bekannt gegebenen Abbau von 462 Stellen am Standort München sei der nun beschlossene weitere Personalabbau sowohl in München als auch in anderen Werken geplant. Im Rahmen des Sparprogramms sollten binnen dreier Jahre 100 Mill. € an Kosten eingespart werden, davon solle rund ein Drittel aus dem zusätzlichen Personalabbau kommen. Firmenchef Klaus Steffens sagte der „Financial Times Deutschland“, das neue Programm solle mit dazu beitragen, dass „MTU bis Ende 2006 zu einem Börsengang bereit wäre“. MTU hatte sich selbst bereits nach der Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft KKR Ende 2003 als typischer Kandidat für die Börse bezeichnet, einen Zeitpunkt für einen Börsengang aber offen gelassen.

Der MTU-Sprecher sagte weiter, das im vergangenen Jahr bekannt gegebene Programm zum Abbau von 462 Stellen solle bis Ende 2004 abgeschlossen sein. Im Rahmen des nun beschlossenen neuen Sparprogramms sollten gut 300 der genannten 542 Stellen ebenfalls am Standort München bis Ende 2006 sozialverträglich abgebaut werden. Der Rest entfalle auf andere Standorte, wo die Arbeitsplätze in Teilen auch schon früher gestrichen würden. Unmittelbar nach dem Einstieg von KKR hatte Firmenchef Steffens in einem Gespräch mit Reuters die weiteren Einschnitte bereits angedeutet. „Wir werden die Prozesse weiter verschlanken, das Unternehmen entwickeln - der neue Eigentümer hat Anspruch auf Effizienz.“ Ende 2003 beschäftigte der Konzern gut 8000 Menschen.

Steffens sagte der „FTD“, die nun beschlossenen Einsparungen wären auch unter dem vorherigen Eigentümer DaimlerChrysler notwendig gewesen. „(Wir) sparen jetzt überall, aber nicht an der Zukunft von MTU“, ergänzte er. Im vergangenen Jahr verbuchte MTU wie bereits angekündigt wegen der Krise der zivilen Luftfahrt und wegen des schwachen Dollar einen zweistelligen Rückgang des Umsatzes um 12,7 % auf 1,93 Mrd. €. Steffens sagte, das Ergebnis sei deutlich und stärker als geplant gesunken. Gleich mehrere Faktoren hätten MTU im vergangenen Jahr belastet. „Wir hatten einen harschen Rückgang in der Zivilluftfahrt, die Forschungs- und Entwicklungskosten erreichten ein Rekordniveau und der Dollarkurs brach ein“, sagte Steffens. Für das laufende Jahr geht MTU nach seinen Worten von einem konstanten Umsatz und einer Verdoppelung des Cash Flows, also der erwirtschafteten liquiden Mittel, aus.

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