Weiterer Stellenabbau geplant
Thyssen-Krupp macht wenig Hoffnung

Die Wirtschaftskrise ist beim Industriekonzern Thyssen-Krupp angekommen. Betroffen sind bis auf die Aufzugssparte alle Konzernbereiche. Und besser werden dürfte es bis auf Weiteres nicht. Mit einem Sparprogramm will Vorstandschef Ekkehard Schulz gegensteuern - und geht dabei auf Konfrontationskurs.

mur/ HB DÜSSELDORF. Der Vorsteuergewinn (Ebit) sei um 63 Prozent auf 240 Mio. Euro zurückgegangen, teilte der Konzern am Freitag mit. Der Überschuss vor Anteilen Dritter sei im Zeitraum von Oktober bis Dezember ebenso stark auf 163 Mio. Euro gefallen.

Mit beiden Werten lag Thyssen-Krupp allerdings über den Erwartungen von Reuters befragter Analysten. Diese hatten im Schnitt mit einem Ebt von 215 Mio. Euro und einem Überschuss vor Anteilen Dritter von 142 Mio. gerechnet. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 11,522 Mrd. zurück und lag damit leicht unter den Erwartungen der Experten von 11,629 Mrd. Euro.

Um das angepeilte Sparziel von über einer Mrd. Euro zu erreichen, sollen auch Arbeitsplätze abgebaut werden. Es werde einen Stellenabbau geben, sagte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz in Düsseldorf. Ein Volumen nannte er nicht. Pikant ist dabei, dass er explizit betriebsbedingte Kündigungen in der Stahlsparte nicht ausschließt. Betriebsratschef Wilhelm Segerath hatte sich zuvor gerühmt, dass solche Einschnitte in der rund 20 000 Mann-starken Belegschaft von Thyssen-Krupp Steel nicht möglich seien. Insgesamt arbeiten bei dem Mischkonzern weltweit fast 200 000 Beschäftigte.

Von dem Wirtschaftsabschwung werden vor allem die Geschäftsfelder Stahl und Edelstahl getroffen, die dramatische Einbrüche beim Auftragseingang verzeichneten. Konzernweit gingen die Neubestellungen in den Monaten Oktober bis Dezember um drei Prozent auf 12,9 Mrd. Euro zurück.

Schulz sagte am Donnerstagabend vor Journalisten in Düsseldorf, der Konzern werde im Gesamtjahr (per Ende September) zwar einen deutlichen Gewinn machen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn rechne er aber mit einem erheblichen Rückgang zum Vorjahr.

Hoffnungen auf eine schnelle Erholung machte Schulz nicht. "Eine seriöse Einschätzung des Geschäftsverlaufs in den kommenden Monaten ist derzeit noch nicht möglich." Thyssen-Krupp setzt vor allem die schwache Nachfrage der Automobilindustrie zu - rund 40 Prozent des Stahls geht an die Autobauer.

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