Weiterer Stellenabbau
Opel-Werk Bochum muss bluten

Vor zwei Jahren hatte das Bochumer Opel-Werk unter den massiven Stellenstreichungen zu leiden, die der US-Mutterkonzern General Motors verordnet hatte. Es drohte sogar die Schließung. Die ist jetzt endlich vom Tisch: Die Fabrik hat den Zuschlag für den Bau der kommenden Generation des Kompaktwagens Astra bekommen. Die Arbeitsplätze sind dennoch alles andere als sicher.

HB/hz/rut RÜSSELSHEIM/BRÜSSEL/FRANKFURT. Von den derzeit 4 900 Beschäftigten in der Montage würden bis 2010 nur noch 3 200 gebraucht, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Dass Stellen wegfallen würden, stand bereits fest – nicht jedoch dieses Ausmaß. Nach früheren Vereinbarungen sollten 950 Arbeitsplätze gestrichen werden; nun kommen noch einmal 750 hinzu. „Diese Zahl ist uns vollkommen unbekannt“, sagte dagegen der Konzernsprecher. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen gerade erst an.

Unternehmenskreisen zufolge wird derzeit die Auslagerung von Teilen der Logistik sowie der Cockpit-Produktion überprüft. „Wenn die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, dort zu den alten Opel-Konditionen weiterzuarbeiten, kann ich mir das vorstellen“, sagte Einenkel der „Rheinischen Post“.

Am Dienstag hatte General Motors (GM) einen neuen Sparplan für die europäischen Werke verkündet. Vor allem im belgischen Werk Antwerpen und in Bochum sollen tausende Arbeitsplätze wegfallen. Die zunächst angedrohte Schließung eines Standorts ist dagegen vom Tisch. In dem lange als gefährdet geltenden Bochumer Werk soll ab 2010 die neue Generation des Opel Astra gebaut werden.

„In Bochum wird es einige Jobs kosten, wie viele, können wir nicht sagen“, erklärte GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster Forster. Nach Angaben von Betriebsratschef Einenkel dürften für die Produktion eines Autos ab 2010 nur noch 15 statt 24 Stunden benötigt werden. Dadurch würden rein rechnerisch 1 700 Beschäftigte weniger als heute benötigt. Der Stellenabbau solle weitgehend über Vorruhestandsregelungen erfolgen. Über weitere Zugeständnisse der Arbeitnehmer soll in den kommenden Wochen verhandelt werden.

GM beschäftigt derzeit in Europa 62 500 Mitarbeiter, davon stehen rund 3 000 Stellen auf der Kippe. Seit 2005 wurden zur Sanierung des lange defizitären Europageschäfts bereits 12 000 Arbeitsplätze gestrichen, die meisten bei Opel.

Seite 1:

Opel-Werk Bochum muss bluten

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%