Weiteres Umsatzwachstum angepeilt
Bayers China-Geschäft wirft Gewinn ab

Auch in China hat der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn erzielt. Nun strebt das Unternehmen im Reich der Mitte ambitionierte Wachstumsziele an.

HB SCHANGHAI. "Wir haben ein sehr ehrgeiziges und aggressives, jedoch erreichbares Ziel. Wir wollen jedes Jahr um 15 bis 20 % in der Region China wachsen", sagte Jürgen Dahmer, der bei Bayer am 1. Juli Präsident für die Region China wird, am Donnerstag anlässlich des Starts einer neuen Produktionsanlage in Caojing bei Schanghai. Um die Wachstumsziele in China zu unterstützen, hatte Bayer für den Standort Caojing ein milliardenschweres Investitionsprogramm aufgelegt. Rund 1,8 Mrd. Dollar sind bereits verplant. "Dies ist die größte Investition, die Bayer jemals außerhalb Deutschlands getätigt hat. Wir werden hier bis 2009 jedes Jahr mindestens eine Großanlage starten", sagte der für die Region Asien und die Themenfelder Innovation, Technik und Umwelt zuständige Bayer-Vorstand Udo Oels.

Im vergangenen Jahr erzielte Bayer in der Region - zu der neben der Volksrepublik China auch Hongkong und Taiwan zählen - einen Umsatz von 1,1 Mrd. ?. Das entspricht einem Anteil am weltweiten Konzernumsatz von rund fünf Prozent. Laut Dahmer war das Geschäft 2004 auch profitabel: "Im vergangenen Jahr hatten wir ein Gewinn bringendes Geschäft in China. Und der Grund dafür ist, dass wir nicht nur gutes Wachstum haben, sondern auch eine sehr gute Kostenstruktur".

Bayer startete am Donnerstag eine neue Anlage zur Kunststoffaufbereitung mit einer Jahreskapazität von 40 000 Tonnen. Das Werk ist Teil der im Bau befindlichen Produktionsstätte für Polykarbonat, die im ersten Halbjahr 2006 in Betrieb gehen soll. Ein weiteres Projekt am Standort Caojing sei der Bau einer Anlage für den Polyurethan-Rohstoff MDI mit 350 000 Tonnen Jahreskapazität, teilte Bayer mit. Damit werde die ursprüngliche Planung von 230 000 Jahrestonnen "erheblich" ausgeweitet. 2008 solle die Produktion anlaufen, sagte Bayer-Vorstand Oels. "Wir wollen unsere jährliche MDI-Produktionskapazität von derzeit rund 930 000 Jahrestonnen auf 1,3 Mill. Tonnen erhöhen", ergänzte er. Die Anlage in China leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

Bayer kündigte außerdem zum 1. August 2005 die Gründung des Handelshauses "Bayer MaterialScience Trading Company" mit Sitz in Schanghai an, das den Direktvertrieb der Produkte von Bayer MaterialScience in China übernehmen solle. Mit dem neu gegründeten Unternehmen solle in fünf Jahren ein Umsatzvolumen von einer Milliarde Dollar jährlich realisiert werden.

An seinem Gewinnziel für den Gesamtkonzern in diesem Jahr hält Bayer trotz des deutlich gestiegenen Rohölpreises fest. So lange der Konzern die Rohstoffkosten über den Preis an den Markt weitergeben könne, sei alles in Ordnung, sagte Oels. Rohöl kostete am Donnerstag über 57 Dollar pro Barrel, nachdem es am Montag ein Allzeithoch von 60,95 Dollar markiert hatte. Im April hatte Bayer angekündigt, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern aus laufenden Geschäften vor Sonderposten 2005 um rund 20 % steigen soll.

Die Bayer-Aktie lag am Donnerstagnachmittag gegen den positiven Trend am Gesamtmarkt mit 0,5 % im Minus bei 27,65 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%