Weizenbierbrauer Tucher gekauft
Brau und Brunnen schmückt sich für Käufer

Der viertgrößte deutsche Bierkonzern Brau und Brunnen schmückt sich mit der Übernahme der Nürnberger Tucher Bräu weiter für mögliche Käufer. Mehrere nationale und internationale Interessenten beteiligen sich derzeit an einem Bieterverfahren des Hauptaktionärs Hypo-Vereinsbank, sagte Brau- und Brunnen-Chef Michael Hollmann bei der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Wegen des Dosenpfands und des Tucher-Kaufs werde 2003 erneut ein Jahr der Konsolidierung. Im nächsten Jahr werde aber „in jedem Fall“ die Gewinnzone erreicht. Für 2004 soll wieder eine Dividende gezahlt werden.

Bisher hatte Brau und Brunnen mit Marken wie „Jever“ und „Vita Cola“ bereits für 2003 operativ schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. Vor allem wegen des Dosenpfands sei in diesem Jahr allerdings mit einem Absatzverlust bei Bier von bis zu 500 000 Hektoliter zu rechnen. Wegen besserer Erträge im Mehrwegbereich soll das Ergebnis aber nicht merklich beeinträchtigt werden. Bis Ende Mai hätten die Hauptmarken mit minus 2,6 % weniger Absatz eingebüßt als der Gesamtmarkt. Bei nicht alkoholischen Getränken werde 2003 deutlich mehr Absatz erwartet.

Für 2004 stellte Hollmann einen operativen Gewinn von „deutlich über 20 Mill. €“ in Aussicht. Im vergangenen Jahr hatte der Dortmunder Konzern wegen des Verkaufs der Anteile an „Apollinaris & Schweppes“ für 143,8 Mill. € einen Überschuss von 82 Mill. € ausgewiesen. Bereinigt um alle Sondereffekte hätte unter dem Strich ein Minus von 25 Mill. € gestanden, hieß es.

Die Kaufinteressenten an Brau und Brunnen beurteilten den eingeschlagenen Sanierungskurs positiv, sagte Hollmann. Die eigentliche Findung solle in vier bis sechs Wochen beginnen. Das Interesse zeige, dass der Konzern auf dem richtigen Weg sei. Dem Vernehmen nach ist unter anderem Radeberger, die Biertochter des Lebensmittelherstellers Oetker, an Brau und Brunnen interessiert. Die Hypo-Vereinsbank hält 55,59 % der Anteile.

Mit dem Kauf von Tucher werde das Angebot um die noch fehlende Weizenbiermarke komplettiert, sagte Hollmann. Zudem komme so ein Vertriebsnetz in Süddeutschland hinzu. Nach Zustimmung des Bundeskartellamts soll die Übernahme rückwirkend zum 1. Januar erfolgen. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.

„Die Aufräumarbeiten sind fast vollständig abgeschlossen“, sagte Hollmann. Allerdings soll Ende September die Oderland Brauerei in Frankfurt (Oder) geschlossen werden. Wegen des Dosenpfands bestehe dort keine Aussicht auf Erreichen der Gewinnzone. Bemühungen für einen Verkauf oder sonstigen Erhalt des Betriebs mit 170 Beschäftigten würden unterstützt. Aktionärsschützer kritisierten, der Vorstand habe sich nicht genug auf das absehbare Pfand eingestellt.

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