Bereits im ersten Halbjahr erzielte Daimler mit seiner Kernmarke Mercedes ein Absatzplus von 4,1 Prozent. Im zweiten Halbjahr profitieren die Stuttgarter nach Ansicht von Unicredit-Analyst Georg Stürzer darüber hinaus von energieeffizienteren Modellen. Obendrein verbessern sich durch das Effizienzprogramm „Core“, das mit Personalabbau einherging, die wichtigen Kennzahlen Cashflow, Umsatzrendite und Nettogewinn. Standardisierte Arbeitsprozesse senken die Kosten.
Gewinnzuwächse von 19 Prozent erwartet RWE. Grund dafür sind die steigenden Strom- und Kohlepreise, an denen der Versorger über die Ruhrkohle AG partizipiert. Analysten rechnen sogar damit, dass der Konzern bei Vorlage seiner Zahlen zum zweiten Quartal die Zielvorgaben anhebt und seine ursprüngliche Prognose des jährlich erwarteten Gewinnanstiegs bis 2010 um fünf auf zehn Prozent nach oben korrigiert. Frankreichs Großbank Société Générale hob gerade die Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr um 7,5 beziehungsweise 20 Prozent an. Neben anziehenden Strompreisen vor allem im Großhandel führen die Experten Kosteneinsparungen im Volumen von 1,2 Mrd. Euro bis 2012 für RWE ins Feld.
Sorgen, wie sie sich zu Jahresbeginn abzeichneten, lösen sich bei BASF auf. Konzernchef Jürgen Hambrecht, der mit Prognosen stets vorsichtig umgeht, bestätigte mehrfach die Ziele für 2008. Daran ändern weder immer größere Währungs- und damit Wettbewerbsnachteile im Dollarraum noch das teure Öl etwas, wodurch sich die Beschaffungskosten verteuern. Analysten rechnen inzwischen damit, dass der weltgrößte Chemiehersteller seinen Vorjahresrekordgewinn sogar steigern kann. Seit Januar kletterten die Schätzungen für den Nettogewinn um sechs Prozent. Schwächen in Nordamerika gleicht BASF durch ungebrochenes Wachstum in Asien aus. In dieser Region sieht Hambrecht 50 Prozent des künftigen Wachstums.
Profiteur der Immobilien- und Finanzkrise ist die Deutsche Börse. Zwar halbierte sich der Aktienkurs seit Jahresbeginn. Doch ein Zusammenhang mit Ertragseinbrüchen gibt es nicht. Im Gegenteil: Die Turbulenzen an den Finanzmärkten treiben die Umsätze und den Gewinn. Gegenüber ausländischen Wettbewerbern profitieren die Frankfurter überproportional, weil Großinvestoren vor allem an hektischen und umsatzstarken Handelstagen ihre Transaktionen über das leistungsstarke Handelssystem Xetra abwickeln. Bereits die Zahlen zum ersten Quartal überraschten. Der Nettogewinn kletterte um 58 Prozent auf 304 Mill. Euro. Wie viele Industrie-Unternehmen profitiert auch die Deutsche Börse von massiven Kostensenkungen, unter anderem der Verlagerung des Standorts von Frankfurt in das steuergünstigere Eschborn.

