Weltgrößte Autobauer
Toyotas Angriff auf die Nummer eins

Es ist ein drastischer Strategiewechsel: Toyota kauft Anteile an Mazda und will so den Rivalen VW als größten Autobauer überholen. Dabei erwächst im Schatten dieses Duells eine weitere Bedrohung für die Branchenriesen.
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TokioToyota-Chef Akio Toyoda ist ein leidenschaftlicher Rennfahrer. Doch als Manager hat der Enkel des Firmengründers das Risiko von Übernahmen und Kapitalbeteiligungen lange gescheut. Der japanische Autobauer sei schlecht im Fusionieren, sagte Toyoda einmal. Doch angesichts von drohenden Importzöllen in den USA, der Konkurrenz durch VW sowie der Renault-Nissan-Allianz und dem epochalen Wandel in der Autoindustrie gilt diese Strategie nicht mehr: Wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab, vertiefen Toyota und der kleinere japanische Autohersteller Mazda eine zwei Jahre alte Entwicklungsallianz durch eine gegenseitige Kapitalpartnerschaft. 

Toyota wird von Mazda für 50 Milliarden Yen (382 Millionen Euro) frisch ausgegebene Aktien übernehmen. Im Gegenzug wird Mazda Toyota-Aktien, sogenannte „treasury stocks“, in gleicher Höhe übernehmen. Toyota würde damit fünf Prozent der Firmenanteile an Mazda halten, Mazda 0,25 Prozent an Toyota. 

Mit der Kapitalbeteiligung gehen eine Reihe von Projekten einher. Die beiden japanischen Autohersteller wollen gemeinsam Elektroautos, Technologien für die Vernetzung von Autos und neue Fahrassistenten sowie eine Fabrik in den USA bauen. 1,6 Milliarden US-Dollar stecken die beiden Partner in das Werk, das ab Anfang kommender Dekade 300.000 mittlere und große Autos herstellen soll. Toyota will dort den Corolla produzieren, Mazda ein neues Crossover-Modell.

Mit dem Werk kommt Toyota zudem einer Forderung von US-Präsident Donald Trump entgegen, der seinen Wählern Arbeitsplätze versprochen hat. Im Wahlkampf hatte der Republikaner dem Konzern Strafzölle angedroht, sollten die Japaner in Mexiko Fahrzeuge vom Typ Corolla für die USA bauen lassen. Später lobte Trump Toyota wegen der Ankündigung, in den nächsten fünf Jahren zusammen rund zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren.

Der jüngste Deal mit Mazda ist Zeichen eines drastischen Strategiewechsels bei Toyota, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat: Die Konzerntöchter Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino wurden lange als unabhängige Unternehmen geführt. Minderheitsbeteiligungen an Subaru und dem Motorradhersteller Yamaha führten nur zur Zusammenarbeit in einzelnen Projekten. Mit Mazda und dem Kleinwagenhersteller Suzuki verband Toyota nur Entwicklungspartnerschaften.

Doch voriges Jahr schluckte Toyota Daihatsu vollständig und nahm den Kleinwagenhersteller von der Börse, um die Zusammenarbeit zu verstärken und stärker Kosten senken zu können. Mit der Beteiligung an Mazda greift Toyota nun über seine Konzerngrenzen hinaus. Und sie ist nur der Anfang, wenn man Konzernchef Toyoda glaubt: „In dieser Phase großen Wandels müssen wir sowohl offensiv als auch defensiv spielen“, erklärte er vorauseilend im Juni auf der Aktionärsversammlung die neue Strategie. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch, inklusive Fusionen und Firmenkäufen.“ Diese Ankündigung war „ein Schock“, zitierte die Wirtschaftszeitung Nikkei einen Manager einer Firma der Toyota-Gruppe.

Ganz überraschend kommt der Wandel allerdings nicht. Denn Toyota spürt neben alten Rivalen wie GM und VW auf einmal ungewohnte Konkurrenz im Nacken. So dürfte die Renault-Nissan-Allianz durch den Zukauf von Daimlers ehemaligem Partner Mitsubishi Motors dieses Jahr erstmals die größte Autogruppe der Welt werden.

Damit rüttelt die japanisch-französische Allianz nicht nur am Selbstverständnis der Toyota-Manager, die bisher in Japan unbestrittene Nummer eins waren. Die Rivalen rufen Japans größter Marke zudem in Erinnerung, dass gute Gewinnmargen auch für die Autoriesen künftig nur möglich sein werden, wenn die hohen Investitionen in den Übergang zu elektrifizierten und demnächst autonomen Autos auf möglichst hohe Stückzahlen verteilt werden können.

Akio Toyoda beschwor daher trotz der extrem guten Zahlen der letzten Jahre immer ein tiefes Krisengefühl. Als einen Grund nannte Toyoda am Freitag, dass die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren, den Wettbewerb verschiedener Antriebe und neue Rivalen aus China die alten Regeln der Autoindustrie nicht mehr gelten. 

Hinzu kommt: neben den mittelfristigen Herausforderungen drohen auch die typischen Marktzyklen. Denn Toyoda weiß, dass Gewinnspannen von zehn Prozent im Rekordjahr 2015 oder acht Prozent im vergangenen Quartal nur Schönwettermargen sind. 

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Toyotas Angriff auf die Nummer eins

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Sinkende Gewinne als Vorboten der Krise

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  • Auf jeden Fall sind sie strategisch besser aufgestellt als die deutschen Premiumhersteller.

    Dieselmotoren von BMW bauen sie nur für die Kunden ein die unbedingt noch den Treckermotor haben wollen und mit den Hybriden starten sie nun durch. Wasserstoffantrieb haben sie auch im Portfolio, fehlt nur noch ein Elektroauto. Da nun der Diesel tot ist kann auch Lexus durchstarten.

  • Volkswagen wird wieder von einem Mann geleitet, der Weisheit, Fachkenntnis und Weitsicht in seiner Person vereinigt. Bei all den aktuellen oft angedichteten Problemen hat Herr Müller es geschafft, das Unternehmen an die Weltspitze zu heben.

    Die Mitarbeiter und Zulieferer von Volkswagen können stolz sein.

  • "Toyota (...) will so den Rivalen VW als größten Autobauer überholen"

    Falls die sich dabei an die (ungeschriebenen) Regeln des Fair Play halten sollten, hätten sie es sogar verdient, das zu schaffen.

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