Weltgrößte Brauerei
Anheuser-Busch übernimmt Corona-Produzent

Der weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev bietet 20 Milliarden Dollar für die restlichen Anteile an Modelo. Damit gelangt die weltweit bekannte mexikanische Biermarke Corona unter die Fittiche des Getränkegiganten.
  • 0

LeuvenDer weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev verleibt sich den mexikanischen Corona-Hersteller Grupo Modelo vollständig ein. Für 20,1 Milliarden Dollar übernimmt AB InBev die ihm noch fehlenden Anteile an Modelo, wie die Belgier am Freitag mitteilten. Darauf habe man sich mit der Familie Fernandez geeinigt, die hinter dem Traditionskonzern Modelo steht. Durch das Geschäft sichere sich InBev die Führungsposition auf Coronas wachsendem Heimatmarkt. Das weltweit meistverkaufte mexikanische Bier ist auch auf lukrativen Importmärkten wie den USA stark vertreten. Unter dem Dach des Biergiganten InBev stehen Weltmarken wie Budweiser und Stella Artois sowie in Deutschland Beck's und Franziskaner.

Das Komplettübernahme folgt auf eine Reihe von Geschäften, mit denen die großen Bierbrauer ihr Wachstum in Schwellenländern vorantreiben wollen. Der 1925 gegründete Corona-Konzern Modelo dominiert mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent den mexikanischen Markt, auf dem sich sonst praktisch nur noch der niederländische Rivale Heineken mit seinem "Cerveza" tummelt. Mexiko steht auf der Rangliste der profitablen Biermärkte an vierter Stelle. Der Markt wächst um rund drei Prozent. InBev verspricht sich von dem Geschäft zudem Kosteneinsparungen von mindestens 600 Millionen Dollar pro Jahr.

Das oft mit einer Limette im Flaschenhals servierte Corona ist das größte Importbier in den USA.

Der bisherige Anteil von 50,5 Prozent an Modelo fiel AB InBev vor vier Jahren zu, als InBev Anheuser-Busch übernahm. Seitdem hat sich der Großkonzern um die restlichen Anteile bemüht, doch die Fernandez-Familie rief ein Schiedsgericht an. Die nun getroffene Einigung sieht auch vor, dass zwei Modelo-Direktoren für 1,5 Milliarden Dollar AB-InBev-Aktien kaufen und in das Direktorium des größeren Konzerns einziehen.

In der Brauereibranche dreht sich das Übernahmekarussell seit Monaten rasant: So kaufte die weltweite Nummer zwei, SABMiller, für knapp 12 Milliarden Dollar Fosters. AB InBev selbst schluckte jüngst für mehr als 1,2 Milliarden einen Bierkonzern in der Dominikanischen Republik. Analysten könnte der Branchenprimus auf seinem Expansionskurs nun auch noch Geschmack an SABMiller oder an PepsiCo finden.

AB InBev erklärte, für das reine Bargeschäft mit Modelo eine neue Kreditlinie von 14 Milliarden Dollar anzuzapfen. Anleger stolperten über den Preis von 20 Milliarden Euro. Die AB InBev-Aktie notierte 0,4 Prozent höher, während der europäische Index für Lebensmittel- und Getränke-Titel ein Prozent zulegte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Weltgrößte Brauerei: Anheuser-Busch übernimmt Corona-Produzent"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%