Weltgrößter Aluminiumkonzern
Rusal will neue Geschäftsfelder erschließen

Der größte Aluminiumkonzern der Welt investiert in Bergbau und Energieerzeugung und attackiert so große Rohstoffkonzerne wie BHP und Rio Tinto.

MOSKAU. Der russische Aluminium-Konzern United Company Rusal will sein Geschäft verbreitern und in die weltweite Top-Liga der Rohstoffkonzerne vorstoßen. Diversifizierte Unternehmen wie BHP Billiton, Xstrata oder Rio Tinto sind dabei das Vorbild des Rusal-Chefs Alexandr Bulygin. Im Gespräch mit dem Handelsblatt betonte Bulygin, dass Rusal vor allem in die Energieerzeugung und die Gewinnung anderer Metalle einsteigen werde.

Rusal macht damit aus der Not eine Tugend, denn schon aus wettbewerbsrechtlichen Gründen wäre es für Rusal schwierig, im Aluminiumgeschäft durch Übernahmen weiter zu wachsen. „Ich bin mit Blick auf eine weitere Konsolidierung der Aluminiumindustrie nicht sehr optimistisch“, umschreibt Bulygin das wettbewerbsrechtliche Problem des Weltmarktführers.

„Alle Nichteisen-Metalle, neben Aluminium etwa Blei, Kupfer Nickel oder Zink, die an der Londoner Metallbörse gehandelt werden sowie das traditionelle Geschäft der großen Bergbaukonzerne sind für uns interessant“, sagt Bulygin. Geografisch habe Rusal Länder mit niedrigen Energiekosten und reichen Bodenschätzen wie Venezuela, Kamerun, Kongo, Laos oder die arabischen Staaten im Fokus.

Rusal war erst vor wenigen Wochen der Sprung an die Weltspitze gelungen. Der größte Aluproduzent Russlands hatte sich mit dem kleineren Konkurrenten Sual sowie dem schweizerischen Metallhändler Glencore zusammengeschlossen und damit die bisherigen Spitzenreiter Alcoa und Alcan mit einer jährlichen Produktion von 3,9 Mill. Tonnen knapp überholt. Rusal steht für rund 16 Prozent der weltweiten Aluminium-Herstellung und beherrscht den russischen Markt vollständig.

Für seine Expansionsstrategie sieht sich Bulygin gut gerüstet: rund 2,8 Mrd. Dollar will er jährlich investieren. Innerhalb von drei Jahren soll zudem ein Börsengang die Kriegskasse weiter füllen, so haben es die Haupteigentümer von Rusal und Sual, die Oligarchen Oleg Deripaska, Wiktor Wekselberg und Len Blawatnik ausgemacht. Deripaska hält heute mit 66 Prozent die Mehrheit am Konzern. „Wir können nicht nur ein Prozent an die Börse bringen, es muss schon ein substanzieller Anteil sein“, unterstreicht Rusal-CEO Bulygin. Medienberichte gehen davon aus, dass der Konzern gut zehn Mrd. Dollar mit dem Gang aufs Parkett erzielen möchte. Analysten schätzen den Rusals Marktwert auf rund 30 Mrd. Dollar.

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