Industrie

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Weltgrößter Autobauer: Toyota fährt Volkswagen davon

Während der Gewinn der Wolfsburger einbricht, verdoppelt Toyota den Quartalsüberschuss. Im gesamten Geschäftsjahr verdreifachen die Japaner sogar den Erlös. Dabei profitieren sie vom schwachen Yen.

Toyota Vios: Die Japaner haben den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr verdreifacht. Quelle: ap
Toyota Vios: Die Japaner haben den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr verdreifacht. Quelle: ap

TokioDie Stärke in den USA und in Asien beschert Toyota einen guten Jahresstart. Im Gegensatz zum Konkurrenten Volkswagen leiden die Japaner nicht so stark unter dem schwachen Markt in Europa. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 kletterte der Überschuss um mehr als das Doppelte auf umgerechnet 2,42 Milliarden Euro.

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Verfolger Volkswagen dagegen musste zum Jahresstart einen Dämpfer hinnehmen. Der Gewinn nach Steuern ging im Vergleich zum Vorjahr um 38,2 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro zurück. General Motors (GM), nach Auslieferungen im vergangenen Jahr die Nummer zwei der Welt vor Volkswagen und hinter Toyota, musste sich mit einem Erlös von 900 Millionen Dollar (683 Millionen Euro) zufriedengeben.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr hat Toyota einen noch größeren Gewinnsprung eingefahren. Der Nettogewinn konnte zum Bilanzstichtag 31. März mehr als verdreifacht werden - von 283,5 auf 962,2 Milliarden Yen (7,4 Milliarden Euro), wie Toyota am Mittwoch bekanntgab. Der Umsatz erhöhte sich um 18,7 Prozent auf 22 Billionen Yen.

Und der weltgrößte Autobauer gibt weiter Gas: Im laufenden Geschäftsjahr will Toyota weiter beschleunigen und unter dem Strich einen Gewinn von rund 1,4 Billionen Yen einfahren. Der Umsatz soll sich auf 23,5 Billionen Yen erhöhen.

Größte Autohersteller in den USA

  • Platz 10

    BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

  • Platz 9

    Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

  • Platz 8

    Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

    Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

  • Platz 7

    Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

    Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

  • Platz 6

    Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

  • Platz 5

    Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

  • Platz 4

    Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

  • Platz 3

    Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

  • Platz 2

    Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

  • Platz 1

    General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

  • Methodik

    Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Zum Ergebnis trug vor allem der in letzter Zeit deutlich abgeschwächte Yen bei. Die japanische Notenbank versucht die hartnäckige Deflation mit einer wahren Geldschwemme zu bekämpfen. Ein Nebeneffekt dabei ist die kräftige Abwertung des Yen zum Dollar und Euro, was japanische Produkte auf dem Weltmarkt günstiger macht. Toyota exportiert rund 60 Prozent seiner in Japan hergestellten Wagen.

Außerdem verbuchte Toyota robuste Absatzzuwächse auf dem wichtigen Automarkt in den USA sowie in Asien. So konnten im Geschäftsjahr 2012/13 auf dem nordamerikanischen Markt rund 2,5 Millionen Fahrzeuge abgesetzt werden, 596.381 mehr als im Vorjahr. Um sich dabei ein größeres Stück vom einträglichen Geschäft mit Nobelschlitten zu sichern, wird Toyota erstmals ein Modell seiner Premiumtochter Lexus in den USA fertigen.

  • 09.05.2013, 12:07 UhrALEXX

    Gefällt Mir! Nur dumm, dass die Deutschen nicht verstehen, dass die Qualität der Fahrzeuge von VW nicht mit dem geforderten Preisen übereinstimmt. Außerdem ist das Design mehr als öde!

  • 09.05.2013, 10:45 UhrMondeo

    Ich für meinen Teil kann nur bestätigen, dass die Langzeit Qualitäten der Toyota Fahrzeuge absolut gegeben ist, wie auch der Umstand, dass es mit schönen Oberflächen und technisch anfälligen Spielereien nicht getan ist, gute Autos zu bauen. Sicher stößt Manches bei uns Europäern
    auf Verwunderung( wie die oft kritisierte Digital Uhr bei Auris usw), aber ehrlich, was hat dies mit der Funktionalität eines Cockpits zu tun...als ehemaliger Miarbeiter & Einkäufer für Ersatzteile in einer Mercedes Werkstatt, in der auch sämtliche Automarken repariert und überprüft wurden,kann ich den Ausführungen von "Eule" nur zustimmen. Ich war oft ernüchtert welche Bauteile bei den Mercedes Modellen bzw auch bei diversen VW & Audi Modellen frühzeitig ausgetauscht werden mussten, die erst nach langen Interventionen auch zu Kulanz Fällen wurden.Mich persönlich freut, dass Toyota ab 2014 Diesel Motoren von BMW einbaut, weil diese vom Motorenwerk in Steyr kommen,
    und daher unserer Wirtschaft zugute kommt...

  • 08.05.2013, 14:32 UhrEule

    In unserer Familie sind wir Jahrzehntelang VW gefahren. Doch mit der Langzeitqualität ging es seit dem Golf II rapide bergab.
    VW setzt heute auf QualitätsANMUTUNG und Schnickschnack, Toyota setzt trotz globalem Wettbewerb noch immer auf Qualität und Langlebigkeit.
    Deutsche Autos, die dieses Prädikat verdienen (mehr Sein als Scheinen, Qualität, Robustheit, Langlebigkeit) kommen heute aus Japan.

    Auch der GT86 scheint dieser Tradition treu zu bleiben: 200 PS aus 2 Litern - das hat das Zeug zur Robustheit und Langlebigkeit.

    Ich bezweifle, daß die VW-Strategie, von deutschem Image zu leben, aber kurzlebige, aufgeblasene und filigrane Technik zu verwenden, die keine 100tkm mehr hält, auf Dauer aufgehen wird.
    Noch zehren die Deutschen Hersteller in China vom Nimbus der Deutschen Qualität vom Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau. Der wird aber - so wie in unserer Familie - mittelfristig der Ernüchterung aus Erfahrung weichen.

    Toyota hingegen scheint dem EIGENEN Qualitätsanspruch treu zu bleiben.
    Während VW Kunden mit Getriebeproblemen oder Problemen mit ihren unzuverlässigen Motoren abwimmelt, ruft Toyota Autos wegen Gründen zurück, die bei keinem anderen Hersteller Grund für einen Rückruf wären.

    Und wer heute noch immer von den steckengebliebenen Gaspedalen faselt, der hat offensichtlich nicht mitbekommen, daß das eine reine mediale Lügengeschichte war, um der absaufenden US-amerikanischen GM (Government Motors ;) Schützenhilfe zu leisten.

    VW wird mit dieser Langzeit"qualität" und Schnickschnack vor Robustheit Toyota nicht gefährlich werden.

    Ich vergönne Toyota den Erfolg, denn so viele Hersteller gibt es nicht mehr, welche möglichst langlebige Autos bauen wollen...

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