Weltgrößter Chemiekonzern: Agrarchemie beschert BASF sattes Gewinnplus

Weltgrößter Chemiekonzern
Agrarchemie beschert BASF sattes Gewinnplus

Das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln bringt dem Chemiekonzern BASF zum Jahresauftakt einen deutlichen Zuwachs ein. Der Gewinn legt um zehn Prozent zu. Das dürfte auch die Aktionäre freuen, die heute zusammenkommen.
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MannheimBASF hat zum Jahresstart von einer hohen Nachfrage nach Agrar-Chemikalien und einem unerwartet starken Basischemie-Geschäft profitiert. Das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen legte im ersten Quartal binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu, wie das weltgrößte Chemieunternehmen am Freitag vor Beginn seiner Hauptversammlung in Mannheim mitteilte. Damit schnitt BASF einen Tick besser ab als Analysten erwartet hatten: Sie hatten dem Branchenprimus im Schnitt 2,14 Milliarden Euro zugetraut.

"An unserem Ausblick für das Jahr 2013 halten wir fest", erklärte Konzernchef Kurt Bock. BASF will im Gesamtjahr seinen Umsatz erhöhen und auch den bereinigten Betriebsgewinn zum Vorjahr ausbauen. Dabei geht der Chemieriese davon aus, dass dieses Jahr das Wachstum der Weltkonjunktur eher mager ausfallen wird. "Die Chemieindustrie wird wieder mehr produzieren, weil die Wirtschaft in den Schwellenländern wächst", erklärte Bock. BASF erwarte keine gradlinige Entwicklung. "Das Umfeld bleibt sehr unbeständig", schätzte Bock. Die Chemiebranche gilt als Konjunkturbarometer, da sie fast alle anderen Industriezweige beliefert.

Von Januar bis März setzte der Ludwigshafener Konzern 19,7 Milliarden Euro um - ein Plus von fünf Prozent. BASF baute seine Verkaufsmengen aus und konnte auch die Preise leicht anheben. Ungünstige Wechselkurse wirkten sich dagegen negativ auf das Umsatzwachstum aus. Unter dem Strich stand für das Auftaktquartal ein Überschuss von 1,45 Milliarden Euro in den Büchern. Das sind 15,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist, als das Unternehmen einen Sonderertrag von 645 Millionen Euro aus dem Verkauf des Düngemittelgeschäfts erzielt hatte. BASF-Chef Bock zog ein positives Fazit: "2013 hat für uns solide angefangen."

Besonders rund lief es in den ersten drei Monaten im Agrar-Chemiegeschäft. Der Saisonstart in Europa sei trotz lang anhaltender Kälte positiv gewesen, und auch in Nordamerika sei die Nachfrage hoch gewesen. BASF konnte zudem Preise anheben. Der bereinigte Betriebsgewinn der Sparte schnellte um 19 Prozent auf 498 Millionen Euro nach oben. Zu dem Anstieg trug auch die Übernahme der US-Saatgutfirma Becker Underwood bei. Die anhaltend hohe Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen hatte zuletzt auch bei den Rivalen Bayer, Syngenta aus der Schweiz und beim US-Konzern Monsanto für starke Pflanzenschutz-Geschäfte gesorgt.

Überraschend positiv verlief der Jahresbeginn in der Basis-Chemie für BASF. Trotz rückläufigem Umsatz konnte der Konzern in seiner Sparte Chemicals den bereinigten Betriebsgewinn um 17 Prozent auf 650 Millionen Euro ausbauen. Die turmhohen Petrochemie-Anlagen - im Fachjargon Cracker genannt - in Europa und in den USA arbeiteten mit besseren Margen. Zudem konnte der Konzern nach eigenen Angaben bei fast allen Petrochemieprodukten die Preise anheben und so hohe Rohstoffkosten an die Abnehmer abwälzen.

Den Aktionären versprach BASF-Chef Bock, die Dividenden-Politik des Unternehmens fortzusetzen. BASF will die Dividende Jahr für Jahr aufstocken oder sie zumindest stabil halten. Für das Geschäftsjahr 2012 sollen die Aktionäre 2,60 Euro je Aktie erhalten nach 2,50 Euro im Vorjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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