Weltgrößter Chemiekonzern legt weitere Anlagen still: BASF zeichnet düsteres Bild

Weltgrößter Chemiekonzern legt weitere Anlagen still
BASF zeichnet düsteres Bild

Ein schwacher Ausblick von BASF hat den Pessimismus unter Chemieinvestoren verstärkt. Der weltweit größte Chemiekonzern kündigte weitere Produktionskürzungen an und revidierte seine Aussagen zum Geschäftsverlauf erneut nach unten. Sowohl die Aktie von BASF, die zeitweise mehr als fünf Prozent an Wert verlor, als auch andere Chemiewerte gaben am Montag spürbar nach.

FRANKFURT. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hatte bereits Mitte November mit massiven Produktionskürzungen von bis zu 25 Prozent auf die Nachfrageflaute reagiert. Doch ist das Geschäft seither noch stärker eingebrochen als erwartet. Eine Trendwende zum Positiven ist laut BASF-Chef Jürgen Hambrecht nicht zu erkennen. "Die Lage ist weiterhin angespannt und schwer einzuschätzen. Wir rechnen in den kommenden Monaten nicht mit einer konjunkturellen Besserung", wird Hambrecht in einer Mitteilung des Konzerns vom Montag zitiert.

Der Chemiekonzern reagiert auf diese Entwicklung mit weiteren Kürzungen in der Produktion. Mit der Schließung von einigen kleineren Anlagen in Korea und den USA sollen rund 200 Arbeitsplätze entfallen. Außerdem plant der Konzern in Deutschland erstmals seit 1993 wieder Kurzarbeit. Betroffen davon sind zunächst knapp 1 700 Mitarbeiter in den Werken Münster und Schwarzheide, wo BASF Lacke für die Automobilindustrie produziert. Für weitere Standorte seien entsprechende Schritte nicht ausgeschlossen. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 95 000 Mitarbeiter, davon 47 000 in Deutschland.

Branchenkenner sehen in den Aussagen von BASF einen weiteren Beleg für die insgesamt schwache Chemienachfrage. Erstaunlich sei unter anderem die Aussage, dass der Lagerabbau bei wichtigen Abnehmerindustrien weitergehe, so Chemieanalyst Stefan Kippe von der Commerzbank. Durch diesen Effekt wird die Entwicklung der Chemienachfrage negativ überzeichnet.

Der Vorstandschef des BASF-Konkurrenten Lanxess, Axel Heitmann, sagte der "Süddeutschen Zeitung", der Umzug der Konzernzentrale von Leverkusen ins benachbarte Köln werde angesichts der Krise um ein Jahr auf 2012 verschoben. Immerhin habe der Konzern seine Gewinnziele für 2008 aus "heutiger Sicht" erreicht. In einigen Bereichen sei die Nachfrage jedoch um 50 Prozent eingebrochen.

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