Weltgrößter Hausgeräte-Hersteller senkt Prognose – Aktie reagiert mit Kursverlust
Hohe Stahlpreise belasten Gewinn von Electrolux

Die in diesem Jahr deutlich gestiegenen Stahlpreise machen dem weltgrößten Hersteller von Hausgeräten, Electrolux aus Schweden, schwer zu schaffen: Der Konzern, zu dem Marken wie AEG und Zanussi gehören, gab gestern eine Gewinnwarnung ab.

STOCKHOLM. Das Betriebsergebnis werde im zweiten Halbjahr 2004 um rund 500 Mill. Kronen (55,2 Mill. Euro) niedriger ausfallen als zunächst erwartet worden war, teilte das Unternehmen in Stockholm mit. Die Aktie von Electrolux reagierte auf die Gewinnwarnung mit einem Kursverlust von rund sieben Prozent an der Börse in Stockholm. Auch an den übrigen europäischen Börsen wurde die Stimmung der Anleger durch die Warnung von Electrolux deutlich negativ beeinflusst.

Das Ergebnis für das Gesamtjahr wird nach Electrolux-Angaben „etwas niedriger“ ausfallen als noch im Juli prognostiziert. Konzernchef Hans Stråberg begründete die nicht unerwartete, aber in ihrem Umfang überraschend deutliche Gewinnwarnung unter anderem mit den höheren Stahlpreisen. „Die Materialpreise sind weiter stark angezogen, und es ist nicht mehr möglich, sie durch interne Maßnahmen auszugleichen“, erklärte der Electrolux-Chef in Stockholm. Die Produktionskosten werden wegen der höheren Stahlpreise laut Stråberg in der zweiten Jahreshälfte um etwa 1,2 Mrd. Kronen (130 Mill. Euro) steigen. Electrolux spart zwar durch die Verlagerung von Fabriken in Niedriglohnländer sowie eine höhere Effektivität 700 Mill. Kronen ein. Das reicht aber nicht aus. Unter dem Strich steigen die Kosten um 500 Mill. Kronen.

Stråberg räumte ein, dass die hohen Stahlpreise den Konzern auch noch 2005 belasten werden. Er wollte jedoch keine Einzelheiten nennen, da die Verhandlungen über Lieferverträge mit großen Stahlproduzenten noch nicht abgeschlossen seien. Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor hat angekündigt, in den Verhandlungen über neue Jahresverträge eine Preiserhöhung von 20 Prozent anzustreben. Kleine Konkurrenten dürften dem Beispiel des Branchenprimus folgen.

„Im kommenden Jahr werden wir allein in Nordamerika 200 neue Produkte auf den Markt bringen, bei denen wir nicht mehr so viel Stahl benötigen wie früher“, kündigte der Electrolux-Chef an. Gleichzeitig wollte er Preiserhöhungen für den Endkunden von zwei bis drei Prozent nicht ausschließen.

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