Weltgrößter Spirituosenhersteller will mehr in Lateinamerika und Asien investieren: Rauchverbote und Alcopop-Steuer machen Diageo das Leben schwer

Weltgrößter Spirituosenhersteller will mehr in Lateinamerika und Asien investieren
Rauchverbote und Alcopop-Steuer machen Diageo das Leben schwer

Der weltgrößte Spirituosenhersteller Diageo hat im ersten Geschäftshalbjahr wie erwartet weniger verdient. Der Vorsteuer-Gewinn sei in den sechs Monaten bis 31. Dezember 2004 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 1,24 Mrd. Pfund (rund 1,8 Mrd. Euro) zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Aktien des Unternehmens verloren an der Londoner Börse bis zum Nachmittag um rund ein Prozent.

tel/Reuters LONDON. Grund für den Gewinnrückgang im Halbjahr war vor allem die Reduzierung einer Beteiligung an dem US-Unternehmen General Mills, das unter anderem Corn Flakes herstellt, wie Diageo mitteilte.

Ungeachtet der Medienberichte über eine Fusion der Konkurrenten Pernod Ricard und Allied Domecq werde Diageo an seiner Strategie festhalten, sagte Finanzchef Nick Rose. Einzige Option für sein Unternehmen sei, sich auf ein organisches Wachstum zu konzentrieren. Angesichts der bereits erreichten Größe des Unternehmens dürften Zukäufe auf Widerstand von Kartellbehörden stoßen. Diageo stellt unter anderem die Wodka-Marke Smirnoff und den Likör Baileys her. Auch der Whisky Johnny Walker und Guinness Bier gehören zum Portfolio.

Insgesamt sind die Top-Marken des Konzerns im ersten Geschäftshalbjahr um vier Prozent gewachsen. Insbesondere in den USA, hat der Konzern mit einem Zuwachs von fünf Prozent deutlich über dem Marktwachstum von zwei Prozent abgeschnitten. Dagegen bleibt nach Unternehmensansicht der europäische Markt schwierig. Dort verzeichnete das Unternehmen im ersten Halbjahr ein Absatzplus von lediglich einem Prozent. Grund war den Angaben nach vor allem das Rauchverbot in Irland, das zu einem Rückgang im Getränkegeschäft geführt habe. Zum Ausgleich will das Unternehmen seine Marke Guinness in den USA stärker unterstützen.

Aber auch der Markt der fertigen Mixgetränke schrumpft in Europa – nicht zuletzt wegen der in Deutschland erhobenen Abgaben auf die so genannten Alcopops. In diesem Segment hatte Diageo mit Smirnoff Ice insbesondere 2003 große Zuwächse erzielt.

Firmenchef Paul Walsh bekräftigte gestern aber die Wachstumsaussichten beim organischen operativen Gewinn im Gesamtjahr von sechs Prozent. „Wir sind gut in das neue Jahr gestartet“, sagt Walsh.

Diageo werde künftig verstärkt in Wachstumsmärkte wie Nordamerika, Teile Lateinamerikas, Indien und China investieren, sagte Finanzchef Rose. Ein Teil dieser Finanzmittel werde aus Europa kommen müssen. Die Kosten sollen weiter gesenkt werden, sagte Rose.

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