Weltmarkt
Erbittertes Duell um die Vorherrschaft

Die Automobilbranche gibt wieder Gas. 2010 wird wirtschaftlich zu einem der besten Jahre der Automobilgeschichte zählen. An der Spitze der Autokonzerne streiten sich General Motors und Toyota um die Vorherrschaft. Doch beide haben auch mit Qualitätsproblemen zu kämpfen.
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HAMBURG. Noch nie in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Automobilindustrie musste die Branche so schnell umschalten - von Vollbremsung auf Vollgas. Der Absatz wächst inzwischen stärker als noch vor wenigen Monaten gedacht. Die 18 weltweit vertretenen Autobauer - von Toyota bis Subaru - werden einer noch unveröffentlichten Prognose zufolge in diesem Jahr insgesamt fast 60 Millionen PKWs und leichte Nutzfahrzeuge absetzen - im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von gut zehn Prozent. "Das Gesamtjahr 2010 wird im Hinblick auf Gewinn und Rendite der Hersteller zu den besten der Automobilgeschichte zählen", sagt Stefan Bratzel, Initiator der Studie "AutomotivePerformance 2010" des Center of Automotive Management (CAM), die dem Handelsblatt vorliegt. Nach Einschätzung des CAM dürften die Hersteller 2010 am Ende deutlich mehr als 50 Mrd. Euro verdienen.

Ganz vorn liefern sich zwei ungleiche Giganten ein erbittertes Duell um die Absatzkrone: Sowohl der von Rückrufaktionen und Qualitätspannen gebeutelte Branchenführer Toyota aus Japan als auch der durch Chapter 11 und Staatshilfe wiederbelebte US-Konzern General Motors (GM) dürften 8,2 Millionen Fahrzeuge absetzen.

Der europäische Spitzenreiter VW legt zwar mit Golf, Audi Q5 und Skoda Octavia tüchtig zu und verkauft wohl erstmals mehr als sieben Millionen Fahrzeuge. Die Wolfsburger müssen sich aber vorerst mit Position drei zufriedengeben.

Und die Verfolger ruhen nicht. Renaults japanischer Kooperationspartner Nissan kann 2010 die Kriseneinbußen wettmachen und soll der CAM-Studie zufolge den Absatz um 26 Prozent erhöhen. Aufsteiger des Jahres ist der koreanische Konkurrent Hyundai, der erstmals gut fünf Millionen Fahrzeuge absetzen dürfte, ein Plus von rund 22 Prozent. Hyundai gehört mit einer Ebit-Marge von rund 8,5 Prozent zugleich zu den rentabelsten Herstellern. Es folgen die mit Wucht zurückgekehrten deutschen Premiumanbieter Daimler (acht Prozent) und BMW (7,7 Prozent). Ford erzielte mit 7,9 Prozent im ersten Halbjahr ebenfalls eine sehr hohe Rendite.

Der Grund dafür: Im Durchschnitt erhöhten sich die Umsätze der Hersteller in den ersten drei Quartalen 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich stärker, als die Zahl der verkauften Autos stieg. Und das heißt: Die Kunden kauften teurere Modelle als im von Abwrackprämien dominierten Jahr 2009.

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  • in diesem Licht betrachtet, wirkt die diffuse Fuss-Matten-Affäre wie ein Teil der Offensive von GM.
    Mit den USA war noch nie zu spaßen...

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