Weltmarktführer Arcelor Mittal
Stahlhersteller investieren mehr

Die internationale Finanzkrise schlägt sich nicht auf die Stahlindustrie nieder: So erwartet der Weltmarktführer Arcelor Mittal keine negativen Auswirkungen. Die Notenbanken in den USA und Europa hätten rasch reagiert, sagte Lakshmi Mittal, Vorstandschef und Großaktionär des Branchenprimus auf der diesjährigen Weltstahltagung in Berlin.

BERLIN. „Die Schmerzen, die der Finanzsektor derzeit spürt, wird keinen globalen Einfluss auf den Stahlmarkt haben.“ In seiner aktuellen Prognose für 2008 verbreitetet der internationale Stahlverband IISI Zuversicht. Dessen Konjunkturexperten gehen davon aus, dass der weltweite Stahlverbrauch im kommenden wie bereits in diesem Jahr um 6,8 Prozent steigen wird, 2008 dann auf insgesamt 1,28 Milliarden Tonnen. Grund dafür sind gewaltige Infrastrukturprojekte in China, wo 2008 die Olympiade und 2010 die Weltausstellung sind. Wichtigster Kunde der chinesischen Stahlhersteller ist die Bauindustrie, mit einem Absatzanteil von 52 Prozent. In Europa hingegen schwächt sich das Wachstum der Stahlnachfrage spürbar ab. Das IISI sagt für die Länder der EU-27 nur einen Zuwachs von 1,4 Prozent voraus, nach vier Prozent in diesem Jahr. Deutschland, der größte Absatzmarkt in Europa, belegt mit 1,5 Prozent Plus einen Spitzenplatz. „Die deutschen Werke sind restlos ausgelastet“, sagte Verbandspräsident Dieter Ameling.

Die Branche nutzt die Rekordgewinne, um ihre Anlagen aufzurüsten. Analysten erwarten, dass Arcelor Mittal in diesem Jahr ein Bruttoergebnis (Ebitda) von knapp 20 Mrd. Dollar erzielen wird. Das wären 30 Prozent mehr als 2006, dem Jahr, in dem sich die Rivalen nach harten Übernahmekampf zusammenschlossen. Der deutschen Nummer eins Thyssen-Krupp trauen Analysten ein Stahlergebnis vor Steuern von 1,7 Mrd. Euro zu. Salzgitter dürfte 1,2 Mrd. Euro verdienen.

Weltmarktführer Arcelor Mittal will bis 2012 insgesamt 35 Mrd. Dollar weltweit investieren. Ein Viertel der Summe entfällt auf Europa. „Aus der engeren Verzahnung unserer west- und osteuropäischen Werke ergeben sich auch Chancen für Deutschland“, sagte Konzernvorstand Michel Wurth. So sollen die Rohstahlkapazität am Standort Bremen und die Anlagen zur Weiterverarbeitung in Eisenhüttenstadt für jeweils 100 Mill. Euro erweitert werden. Damit bricht der Konzern mit der Strategie von Arcelor, dass die Rohstahlproduktion in Europa wegen angeblicher Kostennachteile auf Standorte direkt an der Küste konzentrieren wollte.

Salzgitter will bis 2012 insgesamt 1,2 Mrd. Euro in die deutschen Werke investieren. „Wir wollen unsere variablen Kosten niedrig halten“, sagte Konzernchef Wolfgang Leese. Er rechnet für das Ende dieser Dekade vor allem wegen des rapiden Kapazitätszuwachs in China mit einem Angebotsüberschuss. „Darauf“, so Leese, „richten wir uns ein.“

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