Weltmarktführer
Daimler auf Partnersuche für Busbau

Der weltgrößte Bus-Hersteller Daimler will am Wachstum in den Schwellenländern Russland und China teilhaben und sucht dort nach Partnern für eine kostengünstige Produktion von Reise- und Stadtbussen. Der dortige Markt hat schon heute immense Bedeutung.

HB STUTTGART. "Im Osten sind wir noch schwach", sagte der Chef der Daimler-Bus -Sparte, Harald Landmann, am Dienstag in Stuttgart. Deshalb suche Daimler Buses in Russland und China gemeinsam mit der Konzernschwester Daimler Trucks nach Partnern, um in den beiden wachstumsstarken Ländern mit der Bus-Produktion starten zu können. In China, Russland und Indien werden bereits jetzt soviel Busse verkauft wie im gesamten Rest der Welt.

Um die Investitionen für die Produktionsanlagen stemmen zu können, will Landmann vor allem im hochprofitablen westeuropäischen Geschäft den Marktanteil erhöhen. "Mit 26 Prozent Marktanteil in Westeuropa sind wir noch nicht zufrieden", sagte der Manager. Bis 2012 soll der Anteil auf 30 Prozent steigen. Da der Bus-Markt in Westeuropa kaum noch wächst, will Daimler den Konkurrenten Volvo und MAN Marktanteile abnehmen.

Vor einem möglichen Dreibündnis im Nutzfahrzeug-Geschäft von VW, Scania und MAN ist Landmann nicht bange: "Wir sind die profitabelsten im weltweiten Bus-Geschäft", sagte er. Die Gewinnmarge bezifferte er nicht. Die Rendite liege jedoch fast doppelt so hoch wie beim größten Wettbewerber Volvo.

Weltweit verkaufte Daimler im vergangenen Jahr 39 000 Komplettbusse und Fahrgestelle und trieb die Verkaufszahlen damit um acht Prozent nach oben. Der Marktanteil habe bei 16 Prozent gelegen, sagte Landmann. Volvo hinke weit hinterher und komme nur ein Drittel dieses Anteils. In Deutschland stammt sogar jeder zweite verkaufte Stadt- oder Reisebus aus den Bus-Werken von Daimler in Ulm und Mannheim. Für das laufende Jahr rechnet der Chef der Bus-Sparte weltweit mit einem weiteren Absatzwachstum. Ein konkrete Geschäftsprognose wollte der Manager nicht wagen.

In den Schwellenländern hat Daimler Nachholbedarf. Bei der Einfuhr der auch in der Türkei sowie Nord- und Südamerika produzierten Busse werden in Russland und China hohe Zölle von bis zu 25 Prozent fällig. Um diese Kosten zu umgehen, will Daimler seine Premium-Busse zunächst in Bausätzen Richtung Osten verschicken und dort montieren. "Die Chinesen beginnen, uns in unseren Märkten wie dem Nahen Osten anzugreifen. Daher müssen wir sie in ihrem Heimatmarkt attackieren", gab Landmann die Richtung vor. In einem zweiten Schritt soll der Massenmarkt im Osten erobert werden: Zusammen mit Zulieferern plant Daimler, auf die russischen und chinesischen Bedürfnisse zugeschnittene Fahrzeuge vor Ort zu entwickeln und zu bauen.

In Indien ist Daimler nach langwierigen Verhandlungen bei der Partnersuche bereits fündig geworden. Gemeinsam mit dem indischen Fahrzeugbauer Sutlej Motors will der Stuttgarter Konzern in diesen Wochen mit dem Aufbau der ersten Fahrzeuge beginnen. Die Fahrgestelle für die Busse fertigt Daimler in Brasilien.

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