Weltmarktführer
Heideldruck verfehlt die Erwartungen

Die Heidelberger Druckmaschinen AG berappelt sich. Im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres war der Umsatz stabil. Immerhin, denn Belastungsfaktoren wie das Erdbeben in Japan gab es reichlich.
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Berlin Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat auf dem Weg zu seinem mittelfristigen Umsatzziel an Fahrt verloren. Wegen ungünstiger Währungseffekte und der Erdbebenkatastrophe in Japan sei der Umsatz im ersten Geschäftsquartal (Ende Juni) von 563 Millionen Euro im Vorjahr auf 544 Millionen gesunken, teilte das im MDax notierte Unternehmen überraschend am Donnerstag mit. Um die Währungseffekte bereinigt, blieb der Umsatz im ersten Quartal den Angaben zufolge zwar stabil, fiel aber etwas niedriger aus als vom Vorstand erwartet.

In zwei bis drei Jahren will das Unternehmen, das wie seine Branchenrivalen unter der nur zögerlichen Erholung in der Druckindustrie leidet, einen Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Euro erreichen.

Die Aktie reagierte mit einem Kursrutsch auf die Nachrichten. In den ersten Handelsminuten verlor das Papier 2,25 Prozent auf 2,385 Euro. Börsianer monierten die vorsichtige Wortwahl des Unternehmens und verwiesen auf den überraschend schwachen Umsatz.

Der für Maschinenbauer wichtige Auftragseingang übertraf mit 665 Millionen Euro in der Zeit zwischen April und Juni zwar denjenigen des Vorquartals, verfehlte aber die Neubestellungen in Höhe von 786 Millionen Euro von einem Jahr zuvor. Damals hatte Heidelberger Druck von zusätzlichen Aufträgen auf der Branchenmesse Ipex profitiert. Das Auftragsbuch ist mit Bestellungen für 718 Millionen Euro indes dicker als noch vor einem Jahr.

Das betriebliche Ergebnis vor Sondereinflüssen soll sich weiter verbessern, bekräftigte der Vorstand frühere Angaben. Für das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 strebt das Management weiterhin ein höheres operatives Ergebnis und ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis an.

An ihren mittelfristigen Zielen hält die Unternehmensführung fest. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die ausgefallenen Umsätze etwa aus Japan auf die nächsten Quartale verschieben. Auch die Geldverknappung im chinesischen Bankensystem habe zu Umsatzausfällen geführt. Diese Entwicklung dürfte sich aber nur vorübergehend auf die Geschäfte des Unternehmens auswirken, hieß es.

Die Heidelberger hatten sich ihre Finanzierung während der weltweiten Wirtschaftskrise nur noch mit Bankkrediten, einer öffentlichen Bürgschaft und einem strikten Sparkurs samt massivem Abbau von rund 4.500 Stellen sichern können. 2010/2011 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 15.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Die ausführlichen und endgültigen Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2011/2012 will Heideldruck am 9. August veröffentlichen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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