Weltmarktführer
Russland schmiedet Aluriesen

Die beiden russische Konzerne Rusal und Sual schließen sich mit dem Schweizer Rohstoffhändler Glencore zum weltgrößten Aluminiumproduzenten zusammen. Der neue Konzern United Company Rusal löst den bisherigen Weltmarktführer Alcoa ab.

mjh DÜSSELDORF. Wie die beteiligten Unternehmen auf einer Pressekonferenz in Moskau mitteilten, soll die Transaktion bis Anfang April 2007 abgeschlossen sein. Die nicht börsennotierte Rusal wird an dem Gemeinschaftsunternehmen 66 Prozent der Anteile halten, die an der Börse in Moskau notierte Sual 22 Prozent und Glencore zwölf Prozent.

Die Partner kündigten außerdem an, im Frühjahr 2008 ein Fünftel der Aktien des neuen Konzerns in London an die Börse zu bringen. Die Kartellbehörden in Russland sowie in einer Reihe anderer Länder müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen.

Der russische Oligarch Oleg Deripaska, Gründer und Eigentümer von Rusal, hatte bereits zweimal erfolglos versucht, mit dem kleineren russischen Wettbewerber Sual zu fusionieren. Im August bekam Deripaska dann Schützenhilfe von höchster Stelle: Er überzeugte Kreml-Chef Wladimir Putin von seinem Vorhaben, durch die Übernahme von Sual die Konsolidierung der russischen Aluminiumindustrie voranzutreiben und zugleich den weltweit führenden Produzenten des Leichtmetalls zu formieren.

„Ohne die Unterstützung Putins hätte Deripaska keinen nationalen Aluminium-Champion schaffen können“, sagte Branchenexperte James Fenkner von Red Star Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch in der Energiebranche und in der Stahlindustrie treibt der russische Präsident derzeit die Konsolidierung unter Führung linientreuer russischer Konzerne voran.

Mit einer Jahresproduktion von rund vier Mill. Tonnen Aluminium verdrängt der neue Konzern mit dem Namen United Company Rusal den US-Konkurrenten Alcoa von Platz eins der Weltrangliste. Alcoa hatte im vergangenen Jahr 3,55 Mill. Tonnen Aluminium produziert.

Der neue Riese wird mit 110 000 Beschäftigten in fünf Kontinenten einen Anteil von 12,5 Prozent an der weltweiten Aluminiumproduktion sowie von 16 Prozent an der Aluminiumoxidgewinnung kontrollieren. Angaben zu Umsatz und Ergebnis machten die beteiligten Unternehmen gestern nicht. Allerdings bezifferten sie den Marktwert des neuen Branchenprimus auf 25 bis 30 Mrd. Dollar. Sollte diese Schätzung richtig sein, würde der neue russische Aluminiumriese auch in diesem Punkt an Alcoa vorbeiziehen. Die Börsenkapitalisierung des US-Konzerns beträgt aktuell 24,5 Mrd. Dollar.

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