Weltpremiere des Qoros
Der Chinese, der keiner sein will

Ein Modell und eine Kampfansage: Die chinesische Automarke Qoros feiert in Genf ihre Weltpremiere und nimmt auch Europa ins Visier. Doch die führenden Köpfe des Angreifers aus Asien sind deutsch.
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GenfDiesmal soll alles anders werden. Mit Qoros schickt sich zum dritten Mal eine chinesische Marke an, den Weltmarkt zu erobern. Es sind aber die ersten Chinesen, die keine Chinesen sein wollen.

„Unser Team besteht aus über 25 Nationen, wir sind eine internationale Marke“, sagt Daniel Backman, ein Schwede, der bei Qoros für die Produktstrategie verantwortlich ist. Vorher war der Automobilmanager bei Volvo. Die Produktphilosophie hat Backman mitgebracht. „Wir werden nicht die günstigsten am Markt sein“, sagt er. Stattdessen wolle man über die Qualität konkurrieren. Wird Backman nach den Hauptkonkurrenten gefragt, nennt er Volkswagen, Toyota und Kia. „Wir haben den Vorteil, dass wir unsere Entwicklung frei von Tradition und Vorgeschichte auf einem weißen Blatt Papier gestalten können“, sagt Qoros-Vizechef Volker Steinwascher, der zuvor das VW-Geschäft in Nordamerika geleitet hat.

Zumindest finanziell können die Chinesen mithalten. Hinter Qoros stehen Chery Automobile, der größte unabhängige Automobilhersteller Chinas, und die Industrieholding Israel Corporation. Für den ersten internationalen Auftritt hat sich die Qoros ausgerechnet den Autosalon in Genf ausgesucht. Eine Kampfansage an die europäische Konkurrenz.

Nach Genf haben die Chinesen das Ergebnis ihrer zweijährigen Entwicklungsarbeit unter der Leitung des ehemaligen BMW-M-Technologiechefs Klaus Schmidt mitgebracht: Die Kompaktlimousine Qoros 3 Sedan. In der zweiten Jahreshälfte 2013 soll das Modell in China auf den Markt kommen, dann in Europa.

Alle sechs Monate soll ein weiteres Modell folgen: Mit den Konzeptmodellen Qoros 3 Cross Hybrid und der Kombilimousine 3 Estate liefern die Chinesen in Genf bereits einen Ausblick auf das, was noch kommen soll. Dass es sich um asiatische Fabrikate handelt, ist eigentlich nur an den chinesischen Lettern am Heck zu erkennen.

Das Design stammt aus der Feder des ehemaligen Mini-Chefdesigners Gert-Volker Hildebrandt, die Fahrzeugentwickler kommen vom renommierter österreichischen Zulieferer Magna. Selbst die meisten Bauteile stammen von den europäischen Spezialisten ZF, Continental und Bosch, die verbauten 1,6-Liter-Benzinmotoren mit einer Leistung von 126 PS kommen allerdings weiterhin aus China.

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LED-Beleuchtung und 8-Zoll-Touchscreen sind Standard

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  • Gefälliges Design, aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten. Hoffentlich werden sparsame Motoren verbaut.
    Mich interessiert eher das höher gesetzte Hybrid, aber das ist ja leider noch 'concept'...

    Viel Erfolg! (Ohne Sarkasmus/ Ironie!) - AUCH bei uns in Deutschland! (Der Preis entscheidet, bei Qualität auf vergleichbarem Niveau .....)

  • @prokap.

    Das ist wohl der naivste Kommentar den ich in den letzten Wochen im HB lesen musste.

  • Leider haben Sie Recht. Es müssen Gesetze her die solche Technologietransfers rigaros verbieten - unter Androhung von langen Haftstrafen, Entzug der Staatsbürgerschaft und Anklage wegen Spionage. In 20 Jahren haben wir den Salat und unsere eigenen Autoindustrie liegt darnieder wegen so ein paar Vaterlandsverrätern die ihr gesamtes IN DEUTSCHLAND AUF KOSTEN DES STEUERZAHLERS erworbenes und erlerntes Wissen ins Ausland transferiert haben.

    Auch war es ein Fehler wie man heute sehen kann, das viele große Dax Konzerne immer mehr Wert legten auf Englisch als Umgangsprache. Im Zeitalter des Hacking macht sowas die Wirtschaftsspionage natürlich leichter. In deutschen Betrieben sollte nur Deutsch gesprochen werden. Die Chinesen sind wesentlich sicherer vor Hackingangriffen da e Angreifer einfach deutlich schwerer haben wenn alles auf Chinesisch steht. Dagegen ist englisch ein KInderspiel, selbst jeder indische Wanderarbeiter spricht englisch. Solche Entscheidungen würden Spionage und Technologietransfers nicht gänzlich verhindern können, aber zumindest könnten Sie selbige behindern und erschweren.

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