Weltraumtourismus
Zum Kurztrip ins All

Entwicklungsingenieure aus Sachsen-Anhalt wittern das große Geschäft mit dem Weltraumtourismus: In drei Schritten will die Firma Talis Enterprise ihren Taum verwirklichen - und Touristen mit einem eigenen Raketenflugzeug in den Weltraum befördern. Der Wunsch nach Schwerelosigkeit könnte schon bald Wirklichkeit werden.

MAGDEBURG. Bislang starten vom ehemaligen russischen Militärflugplatz Cochstedt in der Nähe von Magdeburg nur ein paar Leichtflugzeuge in den Himmel. Doch geht es nach Frank Marco Günzel, Geschäftsführer von Talis Enterprise, werden hier in gut fünf Jahren wohlhabende Weltraumtouristen mit Raketenflugzeugen zu einem Kurztrip ins All aufbrechen.

Dafür haben sich Günzel und sein Geschäftspartner Peer Gehrmann erfahrene Unternehmen ins Boot geholt. Vor Ort in Cochstedt ist bereits seit einigen Jahren die Flugzeugbaufirma Xtreme Air angesiedelt. Diese würde Rumpf und Flügel, bestehend aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, für die Raketenflugzeuge liefern. Die Montage soll in den Nachbarhallen von Talis stattfinden, die noch gebaut werden müssen.

Das Triebwerk, das mit Bioethanol und flüssigem Sauerstoff in Gang gebracht wird, soll das Schweizer Unternehmen SPL bereitstellen. Um die Beschaffung von Raumfahrtutensilien oder die Programmierung eines Simulationscockpits kümmert sich die Darmstädter Firma Vega IT.

In drei Schritten will Diplom-Ingenieur Günzel mit seinen Partnern den Traum vom Weltraumtourismus in Cochstedt wahr werden lassen. 2009 sollen mit einem propeller- und raketenbetriebenen Hybridflugzeug erste Tests erfolgen. Parallel beginnen die Bauarbeiten am Prototypen des ersten Raketenflugzeugs - der Black Sky. Mitte 2010 sollen damit kommerzielle Flüge bis in eine Höhe von 30 bis 40 Kilometer angeboten werden.

Das sei allerdings nur die Vorstufe für das finale Modell der Enterprise, die ab 2013 zweimal wöchentlich bis zu 120 Kilometer hoch fliegen soll. Der Ticketpreis für eine halbe Stunde Weltraumflug: 150 000 Euro. Inklusive eines ausführlichen Vorbereitungsprogramms; schließlich müssen die Insassen bei der Rückkehr zur Erde eine fünf- bis sechsfache Negativbeschleunigung aushalten können - der Preis für drei Minuten Schwerelosigkeit.

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