Weltweite Flaute
BHP warnt vor längerem Rohstoffabschwung

Der Weltmarktführer BHP Billiton rechnet mit einer anhaltende Flaute auf dem Rohstoffmarkt - und lauert auf Kaufgelegenheiten. Derweil kürzten weitere Minengiganten ihre Investitionsbudgets. Doch die Nachfrage könnte wieder wachsen. Vor allem in China.

LONDON. Die Flaute auf dem Rohstoffmarkt wird nach Einschätzung des Weltmarktführers BHP Billiton noch eine ganze Zeit anhalten. Die Wendemarke entferne sich immer weiter, sagte Vorstandschef Marius Kloppers gestern in einer Telefonkonferenz. Der britisch-australische Konzern sei aber stark genug, um durch die Krise hindurch zu investieren und auf Gelegenheiten für Übernahmen zu lauern. Auch BHP hat zwar Minen geschlossen und Investitionen gekürzt, aber nicht so tief wie große Konkurrenten eingeschnitten.

Der Ausblick, den Kloppers gestern bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gab, war deutlich negativer als noch im Herbst 2008. Die Investitionspläne zeigen jedoch, dass BHP mit einer Wiederbelebung der Rohstoffnachfrage vor allem aus China rechnet. Analysten sagten, es sei unvermeidlich, dass die Zahlen für das zweite Halbjahr deutlich schlechter ausfallen würden als für das erste. Die Bilanz des Weltmarktführers sei aber so gut, dass er von der Schwäche der Konkurrenz profitieren könne.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, den sechs Monaten zum 31. Dezember, steigerte BHP den Umsatz um 17 Prozent auf 30 Mrd. Dollar und den operativen Cash-Flow um fast drei Viertel auf 13 Mrd. Dollar. Der Reingewinn sank jedoch um mehr als die Hälfte auf 2,6 Mrd. Dollar. Das lag weit unter den Prognosen der Analysten, die einer Umfrage von Bloomberg zufolge durchschnittlich 4,4 Mrd. Dollar erwartet hatten. Die Aktie von BHP stieg dennoch im Londoner Handel im Kurs.

Ursache für den Gewinneinbruch war zum einen der dramatische Verfall der Rohstoffpreise im zweiten Halbjahr 2008: Sie sanken nach ihrem Höhepunkt Anfang Juli im Schnitt um rund die Hälfte. Zum anderen buchte BHP Sonderbelastungen von 4,7 Mrd. Dollar. Allein 3,4 Mrd. Dollar kostete die Stilllegung der australischen Nickelmine Ravensthorpe, die bei den gegenwärtig herrschenden Preisen nicht profitabel zu betreiben ist. 450 Mio. Dollar kostete das mehr als ein Jahr währende Werben um den Konkurrenten Rio Tinto. BHP brach den Übernahmeversuch Ende 2008 letztlich wegen der beginnenden Rezession ab.

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