Wende in Europa
Opel legt beim Absatz zu

Opel hat im vergangenen Jahr sowohl beim Absatz als auch beim Marktanteil die höchsten Werte seit 2011 erzielt. Besonders bei Kleinwagen ist der Autobauer besser aufgestellt. Alle Probleme sind damit aber nicht gelöst.
  • 0

RüsselsheimOpel hat im abgelaufenen Jahr trotz der Ukraine-Krise europaweit mehr Fahrzeuge verkauft und blickt zuversichtlich ins laufende Jahr. 2014 seien rund 1,08 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden gerollt, drei Prozent mehr als vor Jahresfrist, teilte die GM -Tochter am Mittwoch mit. Damit seien Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall etwas stärker gewachsen als der Gesamtmarkt, der nur um zwei Prozent zugelegt habe. Dies war zugleich der höchste Jahresabsatz seit 2011, als Opel nach jahrelanger Krise die Wende einleitete. Kurz danach legten die Rüsselsheimer mit einem Sparprogramm die Grundlage für massive Investitionen der US-Mutter in neuen Modelle ihrer Europa-Tochter.

Zuwächse verbuchte Opel im vergangenen Jahr unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Am stärksten legte der Absatz in Polen mit plus 42 Prozent zu. Dagegen brach der Verkauf in Russland nach vorläufigen Zahlen um ein Fünftel ein. In dem Land halten viele Menschen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit als Folge der Ukraine-Krise und des Ölpreis-Verfalls ihr Geld zusammen und geben es nicht für neue Autos aus. Russland gehört zu den wichtigsten Märkten von Opel, 2013 verkaufte die GM-Tochter dort gut 80.000 Fahrzeuge.

Seine Hoffnungen für das laufende Jahr stützt Opel auf mehrere neue Modelle: Nach dem neuen Corsa, der noch im Januar zu den Händlern kommen soll, folgt im Sommer der Kleinwagen Karl. Der Kompaktwagen Astra soll zum Jahresende neu aufgelegt werden.
Experten sehen Opel damit jedoch noch längst nicht über den Berg. In Deutschland sei der Absatz im vergangenen Jahr zu einem großen Teil durch Rabatte angekurbelt worden, sagte Ferdinand Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen leitet. „Das Absatzplus ist ein schöner Schritt für die Zukunft, es müssen aber weitere folgen.“ Geholfen habe zudem, dass GM seine Tochter Chevrolet aus Europa abziehe und Opel damit mehr Freiraum bekomme.

Wichtig ist es, die guten Absatzzahlen auch in Rendite umzumünzen. Das Ziel von GM, 2016 in Europa schwarze Zahlen zu schreiben, sieht Dudenhöffer skeptisch: „Niemand weiß, wie sich Russland weiter entwickeln wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wende in Europa: Opel legt beim Absatz zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%