Weniger Aufträge: Maschinenbauer spüren Eurokrise

Weniger Aufträge
Maschinenbauer spüren Eurokrise

Die Rezession in vielen europäischen Ländern macht den deutschen Maschinenbauern zu schaffen. Weil Investitionen ausbleiben, erhalten die Unternehmen weniger Aufträge als im Vorjahr.
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FrankfurtDie weit verbreitete Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung in Europa bremst den deutschen Maschinenbau aus. Die Auftragseingänge in der Schlüsselindustrie sanken im März um real vier Prozent unter das Vorjahresniveau, teilte der Branchenverband VDMA am Donnerstag in Frankfurt mit. Besonders das Inlandsgeschäft enttäuschte mit einem kräftigen Orderminus um 15 Prozent. „Dies erklärt sich zum einen mit einem hohen Vorjahreswert. Zum anderen aber auch mit der Verunsicherung der Investoren“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Der sonst übliche Quartalsendspurt sei ausgeblieben.

Beim Auslandsgeschäft konnte nur dank des Großanlagengeschäfts aus dem Nicht-Euroraum ein Orderrückgang vermieden werden. Die Bestellungen lagen um ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach einem schwachen Vorjahresmonat legte das Geschäft der Maschinenbauer in der Eurozone um beachtliche 15 Prozent zu. „Das ist noch keine klare Tendenz, aber immerhin das höchste Order-Volumen seit zwei Jahren“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt.

Insgesamt bestätigten die Zahlen, dass die Investoren angesichts von Rezession und Schuldenkrise verunsichert seien, sagte Wiechers: „Es fehlt schlichtweg ein wirkungsvoller Impuls, damit die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufnimmt.“ Auch die Frühindikatoren zeigten eine leichte Einschränkung der Euphorie, die zum Jahreswechsel noch vorgeherrscht habe: „Alles wartet darauf, dass es losgeht. In China, in Europa und auch in den anderen wichtigen Ländern.“ Wiechers erwartet weiterhin, dass die Flaute bald überwunden wird und das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte anzieht.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich Januar bis März ergibt sich bei den Auftragseingängen insgesamt ein Minus von zwei Prozent im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen bei minus sieben Prozent, die Auslandsaufträge stagnierten.

Inzwischen schlagen die schwächeren Auftragseingänge auch auf die Produktion durch. Sie lag in den ersten beiden Monaten 2013 um 3,9 Prozent unter dem sehr guten Vorjahreszeitraum. Auch die Exporte gingen in den drei Monaten Dezember bis Februar um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Nachfrage aus den USA sei nicht mehr so überschäumend wie zuletzt, das Chinageschäft gehe rauf und runter, sagte Wiechers.

Trotzdem bewegt sich die Beschäftigung bei Deutschlands größtem industriellen Arbeitgeber weiterhin auf hohem Niveau: „Wir haben aktuell einen Beschäftigungsstand von 981 000 - das ist noch mal ein leichter Zuwachs seit Jahresbeginn.“ Zum Jahresende hatte die Branche 978 000 Mitarbeiter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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