Weniger Bestellungen
Airbus erwägt Kürzungen bei der A380

Ein neuer Airbus A380 kostet stolze 280 Mio. Euro. Etlichen Fluggesellschaften ist der Riesenflieger in der Krise einfach zu teuer. Weil die Passagierzahlen rückläufig sind, setzen sie eher auf kleine Maschinen. Airbus muss die Abnahme des Prestigefliegers darum oft verschieben.

MÜNCHEN. Die Maschine ist groß, und sie ist teuer. 555 Menschen fasst eine A380 in der Standardausstattung, der Listenpreis liegt um die 280 Mio. Euro. Jetzt, da Airbus die Maschine endlich liefern kann, drängen viele Kunden auf Verschiebungen, weil sich der Riesenflieger in der Krise kaum füllen lässt. „Wenn sich die Kundennachfrage nach unten entwickelt, werden wir die Produktion gegebenenfalls anpassen“, sagte ein Airbus-Sprecher am Dienstag dem Handelsblatt.

Ein solches Szenario wird immer wahrscheinlicher: Qantas, ein weiterer Schlüsselkunde, hat Airbus um eine Verschiebung der A380-Auslieferungen gebeten. 20 A380 haben die Australier geordert, drei hat die Airline bisher erhalten, die Lieferung der nächsten vier soll offenbar auf einen späteren Zeitpunkt geschoben werden. Zuvor hatte bereits Air France und die indische Kingfisher in Toulouse um Aufschub gebeten, auch Emirates will seine Flieger nicht mehr so schnell haben, heißt es in der Branche. „Abbestellt hat aber noch kein Kunde“, betont ein Airbus-Sprecher. Nach wie vor haben 16 Fluggesellschaften 200 Exemplare des größten Passagierflugzeugs der Welt bestellt.

Es ist schon bitter: Als 2006 der Markt brummte, musste Airbus eingestehen den Prestigeflieger wegen Problemen mit der Verkabelung nicht ausliefern zu können. Produktionsausfälle und Strafzahlungen kosteten den Airbus-Mutterkonzern EADS bis heute rund fünf Mrd. Euro und der damaligen EADS- und Airbus-Spitze den Job. Tom Enders, seit Mitte 2007 Airbus-Chef bekniete die A380-Kunden von ihren Bestellungen nicht abzurücken. Jetzt, keine zwei Jahre später, steht der neue Auslieferungsfall – doch die Fluggesellschaften müssen ihre Kapazitäten drastisch kürzen, Banken und Kreditgeber drängen darauf teure Flugzeugauslieferungen aufzuschieben.

In der Krise fliegt es sich mit kleinen Maschinen flexibler. Emirates, mit 58 bestellten A380 der Hauptkunde steuert seit Anfang April seine ersten A380 nicht mehr nach New York. Das Kalkül: Lieber mit kleinen Fliegern zwei Verbindungen pro Tag in die US-Metropole aufrecht erhalten, statt mit einer A380 nur ein Angebot machen zu können. Die A380 wird jetzt von Dubai nach Toronto eingesetzt. Kleinere Maschinen wie der Airbus A330 oder die Boeing 777 sind mit 200 Passagieren weniger schon voll. Das Airbus-Versprechen, eine A380 könne pro Fluggast bis zu 20 Prozent effizienter fliegen gilt nur wenn der Riese auch wirklich ausgebucht ist.

Damit ist im Moment aber kaum noch zu rechnen: Der Weltfluftverkehrsverband IATA rechnet mit Passagierrückgängen von bis zu 12 Prozent in diesem Jahr, damit wird es immer schwieriger große Langstreckenmaschinen zu füllen. Das gilt insbesondere für die Business und die First Class, denen die Airlines in dem Doppelstöcker ganz besonders viel Raum zugedacht haben.

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