Weniger Exporte
Schwache Weltkonjunktur bremst Maschinenbauer

Deutschlands Maschinenbauer machen mehr als drei Viertel ihres Geschäfts im Ausland. Da die Weltkonjunktur schwächelt und die Eurokrise Unternehmer zusätzlich verunsichert, wird überall weniger in Maschinen investiert.
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FrankfurtDie schwache Weltkonjunktur bremst die exportorientierten deutschen Maschinenbauer. Im ersten Halbjahr führte die Schlüsselindustrie Maschinen und Anlagen im Wert von 73,5 Milliarden Euro aus. Das sind 3,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt mitteilte.

„Nahezu alle wichtigen Absatzregionen beziehungsweise Absatzmärkte entwickelten sich rückläufig“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Er betonte jedoch, dass die Minusrate des zweiten Quartals mit 2,2 Prozent bereits deutlich niedriger ausgefallen sei als im ersten Quartal mit minus 5,8 Prozent. Die Trendwende nach oben sieht Wiechers aber noch nicht. Er rechnet für die zweite Jahreshälfte lediglich „mit weiter rückläufigen Minusraten“.

Allerdings deuteten die konjunkturellen Frühindikatoren auf ein insgesamt besseres gesamtwirtschaftliches Umfeld im zweiten Halbjahr hin. „Für das Jahr 2013 in Summe sollte daher das Exportvolumen des Vorjahres - wenn auch knapp - erreicht werden“, sagte Wiechers.

Damit verliefe der Export immerhin besser als die Produktion. Im Juli hatte der Verband seine Prognose für 2013 deutlich gesenkt. Demnach wird die Schlüsselindustrie in diesem Jahr nicht wie bisher zunächst erwartet zwei Prozent mehr, sondern ein Prozent weniger produzieren als im Vorjahr. 2012 hatte die exportorientierte Branche einen Produktionswert von 194 Milliarden Euro erzielt.

Der Maschinenbau gilt mit 980 000 Mitarbeitern als Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber. Die Exportquote liegt über 75 Prozent. Deshalb ist die Branche besonders anfällig für Konjunkturflauten, bei denen Unternehmer Investitionen in teure Maschinen lieber zurückstellen. In Europa bremst zudem die Unsicherheit angesichts der ungelösten Schuldenkrise das Geschäft mit Investitionsgütern.

Daher gingen die Lieferungen in die Länder der Europäischen Union im ersten Halbjahr mit minus 5,2 Prozent auf knapp 30 Milliarden überdurchschnittlich stark zurück, die Ausfuhren in die kriselnden Länder der Eurozone sanken um 4,7 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro.

Auch das Geschäft mit China, dem mit einem Exportanteil von 11 Prozent wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Maschinenbauer, entwickelte sich mit minus 4,2 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro negativ. Die Maschinenausfuhr nach Indien schrumpfte um 15,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt blieben die Ausfuhren nach Asien um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Selbst in die USA - mit einem Exportanteil von 9,4 Prozent der zweitwichtigste Auslandsmarkt - lieferte die Branche 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr - nach zuletzt drei Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten.

Gleichzeitig sanken die Maschinenimporte im ersten Halbjahr um 27,5 Milliarden Euro. Sie verfehlten das Vorjahresergebnis um 7,8 Prozent. Im Saldo liegt die Außenhandelsbilanz der Maschinenbauer damit mit 46 Milliarden Euro im Plus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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