Weniger Investitionen in Nordamerika: BASF drückt weiter auf die Kostenbremse

Weniger Investitionen in Nordamerika
BASF drückt weiter auf die Kostenbremse

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will wegen der hohen Energiepreise und einer flauen Nachfrage weitere Einsparungen in Nordamerika machen, so Vorstandschef Jürgen Hambrecht.

HB NEW YORK/FRANKFURT. „Von jetzt an werden unsere Investitionen ganz beträchtlich gesenkt“, sagte Hambrecht am Dienstag in New York der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Im vergangenen Sommer hatte der weltgrößte Chemiekonzern ein zweistufiges Sparprogramm in Nordamerika mit dem Ziel angekündigt, 250 Mill. Dollar an Einsparungen bis zum Jahr 2006 zu erzielen. In der ersten Phase sollen bis zum zweiten Quartal dieses Jahres 1000 Stellen gestrichen werden. Hambrecht machte keine näheren Angaben, wie in der zweiten Phase weitere Kosten gesenkt werden sollen. Unterdessen teilte BASF am Mittwochmorgen mit, sein Geschäft mit Phenoxy-Unkrautvernichtungsmitteln an die australische Firma Nufarm zu verkaufen. Die im deutschen Aktienindex notierte BASF-Aktie lag am Mittwochvormittag mit rund 45 € leicht im Plus.

Zwischen 1997 bis 2001 hatte BASF rund vier Mrd. Dollar in Nordamerika investiert. Danach hatte das Unternehmen seine Investitionen im Nafta-Raum (USA, Kanada, Mexiko) um 42 % auf 380 Mill. Dollar gesenkt. Zugleich wurden 1200 Mitarbeiter entlassen. BASF hatte 2002 mit 8,3 Mrd. Dollar rund ein Viertel seines Umsatzes in Nordamerika erwirtschaftet.

Hambrecht sagte, es gebe aber einige Anzeichen dafür, dass für die chemische Industrie in Nordamerika die Talsohle erreicht sei. Den Zeitpunkt für einen Umschwung könne er jedoch nicht voraussagen. Ein Anzeichen dafür, dass die US-Chemieunternehmen immer noch zu kämpfen hätten, sei, dass lediglich drei Viertel der US-Produktionskapazitäten genutzt würden.

Ein weiteres Problem für die Chemieindustrie in Nordamerika seien das schrumpfende Angebot an Erdgas, einem wichtigen Rohstoff für Chemikalien, sagte Hambrecht. Nach Jahrzehnten mit reichhaltigem Angebot und günstigen Preisen, werde die Verknappung die Preise wohl noch bis 2009 schwankungsreich halten. Bis dahin würden die Chemieproduzenten in der Lage sein, Ausfälle beim Angebot mit Importen von verflüssigtem Erdgas auszugleichen, was den Bau von Liefer- und Lagerstätten erfordere. „Auf diesem Kontinent gibt es nicht genug Gas - zumindest vorläufig nicht,“ sagte der BASF-Chef.

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