Weniger Neuzulassungen
Europas Automarkt kommt nicht aus der Krise

Die Autohändler in Europa haben auch im Oktober vergeblich auf Kundschaft gewartet. Im vergangenen Monat seien in der Europäischen Union mit gut einer Million Einheiten fast 17 Prozent weniger neue Personenwagen auf die Straßen gekommen als vor einem Jahr.
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HB HAMBURG. Wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte, schrumpften die Neuzulassungen in allen fünf großen EU-Ländern mit hohen zweistelligen Raten - am höchsten in Spanien, wo knapp 38 Prozent weniger Autos verkauft wurden. Grund für den Rückgang ist der Wegfall von staatlichen Kaufanreizen. In Deutschland sanken die Autoabsätze im Oktober deshalb um ein Fünftel.

Hohe Wachstumsraten erzielen die Autobauer längst nicht mehr in Europa, sondern in Schwellenländern wie China. Auf dem inzwischen größten Automarkt der Erde legte der Absatz im vergangenen Monat nach Angaben des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA) um 29 Prozent zu. Auch in den USA erholte sich der Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge weiter (plus 13 Prozent).

In Indien, wo sich die aufstrebende Mittelschicht mit steigenden Einkommen immer mehr Autos leisten kann, stiegen die Autoverkäufe um 38 Prozent. In Russland erhöhten sich die Zulassungen sogar um 62 Prozent, weil der Staat dort vor kurzem erst eine Verschrottungsprämie eingeführt hat. In der EU dagegen sanken die Pkw-Neuzulassungen seit Jahresbeginn um 5,5 Prozent auf 11,3 Mio. Fahrzeuge.

Marktführer Volkswagen verkaufte in den ersten zehn Monaten 5,1 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist. Der französische Rivale Renault setzte indes sieben Prozent mehr ab als zuletzt. Vor allem die zum Konzern gehörende Billigmarke Dacia legte kräftig zu (plus 10,5 Prozent). Europas Nummer zwei Peugeot verkaufte 1,7 Prozent weniger. Auch die GM-Tochter Opel konnte den Verkaufsrückgang nicht stoppen: minus neun Prozent.

Noch höher fiel das Zulassungsminus allerdings beim japanischen Autobauer Toyota aus, der einen Rückgang um 17,7 Prozent verbuchte. Dagegen verkaufte BMW knapp vier Prozent mehr von seinen Oberklassewagen. Bei der Daimler-Pkw-Marke Mercedes-Benz fiel der Rückgang mit minus 1,2 Prozent moderat aus. Vor allem der Stadtflitzer Smart war kaum gefragt.

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