Weniger Neuzulassungen
Nutzfahrzeugbranche spürt in Europa Gegenwind

Die deutschen Nutzfahrzeugfertiger rechnen auf den Märkten der Euro-Krisenländer mit einem Absatzeinbruch. Weltweit wächst die Nachfrage allerdings deutlich. Der Spitzenreiter kommt aber nicht aus Asien.
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FrankfurtDie deutsche Nutzfahrzeugindustrie bekommt Gegenwind durch die Euro-Krise. Allerdings hält sich der erwartete Rückgang bei den Neuzulassungen nach Branchenangaben in Grenzen, da die besonders betroffenen Länder Griechenland, Italien, Portugal und Spanien nur 15 Prozent des gesamten Absatzvolumens der Branche ausmachen. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Westeuropa bei schweren Lkw über sechs Tonnen mit einem Rückgang der Neuzulassungen um zwei bis vier Prozent auf gut 250.000 Einheiten. Je eher eine Stabilisierung der Finanzmärkte gelinge, desto schneller würden die Nutzfahrzeugmärkte wieder an Fahrt gewinnen, erklärte Verbandschef Matthias Wissmann am Freitag in Frankfurt.

Weltweit werde der Markt für schwere Lastwagen über sechs Tonnen in diesem Jahr um fünf Prozent auf 3,27 Millionen Einheiten zulegen, prognostizierte der VDA-Chef drei Monate vor der wichtigen Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September) in Hannover. Vor allem in den USA wächst die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen stark: um rund ein Fünftel - wie der VDA erwartet - auf 366.000 Fahrzeuge. Auch die Märkte in Russland, Japan und Indien legen zu. In Brasilien rechnet die Branche wegen der Einführung neuer Abgasnormen dagegen mit einem Rückgang.

In China - wie bei Autos der weltgrößte Markt - dürfte die Lkw-Nachfrage laut VDA-Prognose in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen. Allerdings brechen damit nach Einschätzung der Branche keine schlechten Zeiten an. „Mittelfristig geht das Wachstum in China weiter“, zeigte sich Wissmann überzeugt.

Die Nutzfahrzeugmesse im September unter dem Motto „Motor der Zukunft“ steht im Zeichen umweltschonender und effizienter Antriebsarten. Die Liste der Neuheiten reicht von Fortschritten bei Erdgasantrieben über Hybrid-Fahrzeuge, bei denen ein herkömmliches Verbrennungsaggregat und ein Elektromotor zusammenarbeiten, bis hin zu Wasserstoff getriebenen Fahrzeugen. Nach den ersten Pkw sollen nun auch bei Transportern reine Elektroantriebe Einzug halten.

Der VDA rechnet mit einem größerem Andrang als bei der letzten Messe vor zwei Jahren, als 1.751 Aussteller und 240.000 Besucher nach Hannover kamen. Die IAA Nutzfahrzeuge findet alle zwei Jahre im Wechsel mit der PKW-IAA in Frankfurt statt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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