Industrie

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Weniger Rendite erwartet: Audi kann sich Autokrise nicht entziehen

Auch an dem Oberklasse-Autobauer Audi geht die Autokrise nicht spurlos vorbei. Audi rechnet 2013 mit einer sinkenden Rendite. Allerdings bleibt Audi mit Abstand die größte Ertragsstütze im Volkswagen-Konzern.

Die Bilanz von Audi wird 2013 wohl nicht so glanzvoll wie 2012 ausfallen. Quelle: ap
Die Bilanz von Audi wird 2013 wohl nicht so glanzvoll wie 2012 ausfallen. Quelle: ap

HamburgDie Autokrise in Europa hinterlässt auch beim Oberklasse-Autobauer Audi zunehmend Kratzer. Die erfolgsverwöhnte VW-Tochter rechnet im laufenden Jahr mit einer sinkenden Rendite, weil hohe Investitionen in neue Fahrzeuge und Fabriken zu Buche schlagen. Analysten erwarten daher, dass der Gewinn schrumpfen wird.

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Audi kündigte am Dienstag an, die operative Umsatzrendite werde am oberen Ende des strategischen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent liegen. Das wäre weniger als zuletzt. Zu Jahresbeginn hatte die Marke mit den vier Ringen operativ noch elf Euro bei 100 Euro Umsatz verdient.

Damit lagen die Ingolstädter weit vor Daimler, dessen Sparte Mercedes-Benz Pkw im ersten Quartal lediglich auf 3,3 Prozent Rendite kam. Der Rivale BMW will am Donnerstag Zahlen für das erste Vierteljahr bekanntgeben. Analysten gehen davon aus, dass auch bei den Münchnern der Betriebsgewinn gesunken ist. Die Rendite würde auf Grundlage der Gewinnschätzungen für diesen Zeitraum knapp unter zehn Prozent liegen. Damit zeichnet sich für das Gesamtjahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Audi ab.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

  • Platz 10

    Nissan

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 9

    Toyota

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 8

    Daimler

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 7

    BMW Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 6

    Fiat Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 5

    Ford

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 4

    General Motors

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 3

    Renault Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 2

    PSA Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 1

    Volkswagen

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Quelle

Größte Ertragsstütze des VW-Konzerns

Audi hatte im Auftaktquartal einen weiteren Rekord bei den Auslieferungen eingefahren. Der operative Gewinn sank jedoch um sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Im VW-Konzern sind die Ingolstädter damit allerdings weiter mit Abstand größte Ertragsstütze, weil die Schwestermarke VW ihren Betriebsgewinn fast halbierte. Trotz eines leichten Rückgangs der Rendite auf 11,1 (Vorjahreszeitraum 11,4) Prozent sticht Audi in dem Wolfsburger Marken-Imperium hervor, das in den ersten drei Monaten lediglich auf fünf Prozent Betriebsgewinn vom Umsatz kam.

Audi treibt im Rennen um die begehrte Krone unter den Premiumautobauern derzeit den Ausbau seiner Produktion rund um den Globus voran: Neben dem Aufbau einer Fertigung in Russland und Mexiko sowie dem Ausbau in Ungarn und China hat das Management ein Auge auf Brasilien gerichtet. Das Management will in diesem Jahr über ein Autowerk in dem südamerikanischen Land entscheiden. BMW hatte sich im Herbst nach langem Gezerre mit der Regierung zum Bau einer neuen Fabrik in Brasilien durchgerungen.

Zulassungsstatistik 2012 Deutsche fahren auf deutsche Autos ab

  • Zulassungsstatistik 2012: Deutsche fahren auf deutsche Autos ab
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Bereits im vergangenen Jahr trat Audi auf der Stelle, das Betriebsergebnis kletterte nur marginal auf 5,4 Milliarden Euro. Audi verkaufte zwar mit 1,45 Millionen Autos so viele wie nie, allerdings kosteten Rabatte oder Werbung den Konzern knapp eine Milliarde Euro. Schon bei der Präsentation der Jahresbilanz im März sagte Finanzchef Axel Strotbek, der Wettbewerb sei in China und Westeuropa hart gewesen. Dem Preisdruck habe man sich nicht vollständig entziehen können. Eine ähnliche Formulierung wählte der Wolfsburger Mutterkonzern, als er zu Wochenanfang auf zunehmenden Gegenwind verwies. Die Auslieferungen der Wolfsburger Kernmarke VW waren im ersten Quartal erstmals seit drei Jahren geschrumpft.

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