Weniger Umsatz
Dyckerhoff schafft den Sprung in die Gewinnzone

Der Baustoffkonzern Dyckerhoff hat in diesem Jahr bei sinkenden Umsätzen den Sprung in die Gewinnzone geschafft. In den ersten neun Monaten des Jahres erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern von 248 Mill. Euro nach einem Minus von 112 Mill. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Das teilte die Dyckerhoff AG in Wiesbaden am Montag mit.

HB WIESBADEN. Die niedrigen Preise auf dem deutschen Zementmarkt haben den Umsatz des Zementherstellers Dyckerhoff jedoch in den ersten neun Monaten 2003 belastet. Auf Grund der eingeleiteten Restrukturierung erwartet das Wiesbadener Unternehmen für das Gesamtjahr weiter einen Konzerngewinn.

Der Konzernumsatz sei in den Monaten Januar bis September um 15 % auf 1,021 Mrd. € gesunken, teilte die im MDax gelistete Dyckerhoff am Montag mit. Unter anderem dank Beteiligungsverkäufe sowie einer umfassenden Restrukturierung stieg der Nettogewinn auf 279 Mill. € nach einem Fehlbetrag von 112 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Wegen des hohen Preiskampfes ging jedoch im dritten Quartal der Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 51 von 71 Mill. € zurück.

Für das Gesamtjahr visiert Dyckerhoff auch ohne die Buchgewinne aus den Beteiligungsverkäufen unterm Strich weiter schwarze Zahlen an. Beim Schuldenabbau sieht sich der von dem italienischen Partner Buzzi Unicem kontrollierte Beton- und Zementproduzent trotz der schwierigen Marktsituation und der anhaltend schwachen Baukonjunktur auf einem guten Weg. Die an der Börse notierten Vorzugsaktien verloren bis zum Nachmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt 0,22 % auf 13,87 €.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet Dyckerhoff mit einer Verbesserung der Erlössituation auf dem deutschen Zementmarkt. Die Zementindustrie leidet unter dem seit Anfang 2002 tobenden Preiskampf und Überkapazitäten. Allerdings erwartet die Zement-Branche derzeit eine Trendwende auf dem deutschen Markt und gibt sich für das kommende Jahr optimistisch. Dyckerhoff hatte wie HeidelbergCement und die meisten anderen Hersteller Anfang September die Zementpreise wieder erhöht. Für das Gesamtjahr 2003 geht Dyckerhoff noch von einer anhaltend schwachen Baukonjunktur in Deutschland aus.

In Deutschland und Westeuropa verbuchte Dyckerhoff in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang auf 523 von 679 Mill. € im Vergleich zum Vorjahr. Auf den für Dyckerhoff wichtigen Märkten Zentraleuropa Ost und Amerika gingen die Erlöse um sechs Prozent auf 498 Mill. € zurück. Der operative Gewinn (Ebit) kletterte konzernweit hingegen auf 303 Mill. € von 89 Mill. € im Vorjahr.

Dyckerhoff hatte zur Steigerung der Effizienz und für den Abbau der Konzernverschuldung das Restrukturierungsprogramm „Dyckerhoff 21“ aufgelegt. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich um rund 1 370 auf rund 8 700, wobei etwa 580 durch die Firmenverkäufe wegfielen. Der Konzern hatte zuletzt unter anderem eine spanische Tochter verkauft und die Beteiligung an der westfälischen Anneliese Zementwerke an den Konkurrenten HeidelbergCement veräußert. Mehr als 70 % der Dyckerhoff-Mitarbeiter sind im Ausland beschäftigt. Die Dyckerhoff AG wird von ihrem italienischen Großaktionär Buzzi Unicem kontrolliert. Anfang Oktober hatte Buzzi mit einer freiwilligen Offerte an Dyckerhoff-Aktionäre mehr als die Hälfte des Vorzugsaktien-Kapitals bekommen. Buzzi hält bereits rund 49 % am Stammkapital von Dyckerhoff und hat die Option, den Anteil in den nächsten Jahren schrittweise auf 90 % auszubauen.

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