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06.05.2008 

8 500 Paar Schuhe will das Unternehmen verkaufen. Im vorigen Jahr kletterte der Umsatz um fast 20 Prozent auf zwei Millionen Euro. Lästerten Freunde Wiedekings beim Einstieg in die Schuhbranche noch vom „teuren Hobby“, so liegt die Vorsteuerrendite heute bei zehn Prozent, sagt Hermann Hoste. Der 66-Jährige ehemalige Salamander-Vorstand berät die nicht gerade branchenkundigen Eigentümer, der Gewinn wird ins Unternehmen reinvestiert.

Davon ist im in die Jahre gekommenen Backsteinbau vor den Toren Budapests wenig zu sehen. Im zweiten Stock des Fabrikgebäudes arbeiten die Schuster. Im Erdgeschoss werden Klaviere gestimmt, im Keller lagern Särge. Das Mobilar hat wohl schon den Volksaufstand von 1956 erlebt. Eine 100 Jahre alte Singer-Nähmaschine schnurrt vor sich hin, und im Büro wird noch auf einer Robotron aus DDR-Produktion getippt.

Die Eigentümer sind sparsam. Unternehmensberater waren auch schon im Haus und sollten analog zur Autoindustrie Konzepte zur Steigerung der Produktivität erstellen. In der Manufaktur waren diese schlicht nicht anwendbar. „34 Paar pro Tag, mehr ist nicht drin“, sagt Hoste. Das Produkt der museumswürdigen Fertigung kann sich sehen dabei lassen: handgefertigte, klassische Herrenschuhe, die den Vergleich mit den Konkurrenten wie Alden, Church oder Laszlo Vass nicht zu scheuen brauchen. Selbst Ferdinand Piëchs Gattin hat neulich bei Dinkelacker Schuhe gekauft.

Die Gegner des Porsche-Chefs, die sich gegen den wachsenden Einfluss von Porsche bei Volkswagen sträuben – sei es Betriebsratschef Bernd Osterloh oder Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff – sollten auf der Hut sein: In Wiedekings Nobeltreter ist mit drei Schrauben eine Stahlkante eingearbeitet. Offiziell dient dies zum Schutz der Schuhspitze, aber man könnte sie auch zum Tritt vors gegnerische Schienenbein gebrauchen.

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