Wennemer erwartet Zustimmung für seine Abwehrstrategie gegen Schaeffler
Continental-Chef vertraut seinem Aufsichtsrat

Am kommenden Mittwoch wird sich zeigen, wie es beim Dax-Konzern Continental weiter geht. Dann nämlich will der Aufsichtsrat zum Übernahmeangebot des Wettbewerbers Schaeffler Stellung beziehen. Mit Spannung wird das Votum des 20-köpfigen Spitzengremiums erwartet. Vorstandschef Manfred Wennemer sieht die Kontrolleure im Abwehrkampf hinter sich.

DÜSSELDORF. Neben den Vertretern der Arbeitnehmerseite sollen auch Kapitalvertreter das vorliegende Übernahmeangebot ablehnen, erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen. Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg soll dagegen Sympathie für die Übernahmepläne der fränkischen Zuliefergruppe Schaeffler geäußert haben, hatten Kontrolleure dem Handelsblatt gesagt.

Die Stellungnahmen von Vorstand und Aufsichtsrat zum Pflichtangebot könnten gemeinsam erfolgen, sagte Rechtsanwalt Robert Heym von der Kanzlei Reed Smith. Es seien allerdings auch getrennte Stellungnahmen möglich. „Aufgabe des Aufsichtsrates muss es sein, möglichst viel für die Aktionäre und Mitarbeiter herauszuholen“, sagt Frank Schwope von der NordLB.

Wennemer will nun mit Schaeffler-Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler und deren Geschäftsführer Jürgen Geißinger über eine 20-Prozent-Beteiligung verhandeln. „Wir haben angeboten, eine Beteiligung von circa 20 Prozent unserer Aktien zu unterstützen. Ich appelliere deshalb noch einmal sehr nachdrücklich an Frau Schaeffler zu überlegen, ob es nicht einen vernünftigen Weg gibt, und ein weiteres Mal über unser Angebot nachzudenken“, sagte Wennemer dem Handelsblatt. Geißinger hatte aber bereits deutlich gemacht, dass Schaeffler eine Kontrollmehrheit von mehr als 30 Prozent bei Conti anstrebt. „Eine Beteiligung von 20 Prozent ist sicher nicht im Interesse von Schaeffler“, glaubt Branchenanalyst Schwope. „Das Unternehmen will Einfluss ausüben.“

Der fränkische Familienkonzern hatte Anfang vergangener Woche eine Übernahmeofferte für Conti vorlegt und war damit auf den erbitterten Widerstand des Conti-Managements gestoßen. „Wir wollen uns im Übrigen nicht unsere Aktionäre aussuchen“, sagte Wennemer. „Unsere Aufgabe ist es als Vorstand aber, darauf zu achten, dass alle Aktionäre gleich und fair behandelt werden.“ Wennemer und Finanzchef Alan Hippe sehen einen fairen Preis bei deutlich mehr als 70 Euro.

Seite 1:

Continental-Chef vertraut seinem Aufsichtsrat

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%