Werberat weist Kritik ab
Alpecin wirbt weiter mit „Doping für die Haare“

„Doping für die Haare“ lautet ein Werbespruch der Marke Alpecin, mit dem der Hersteller sein Koffein-Shampoo anpreist. Sportfunktionäre sollen einen Verzicht der Werbung für das Haar-Produkt gefordert haben. Der Werberat sieht allerdings keinen Grund, die Kampagne zu stoppen.

FRANKFURT. Mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen hat der Bielefelder Kosmetikhersteller Dr. Kurt Wolff GmbH am gestrigen Donnerstag öffentlich noch einmal klargestellt, dass das Unternehmen auch weiterhin mit der Aussage „Doping für die Haare“ für sein Koffein-Shampoo der Marke Alpecin werben will. Hintergrund der Aktion ist nach Angaben des Unternehmens massive Kritik von Sportfunktionären, die den Hersteller dazu bewegen wollen, die Werbeaussage zu stoppen.

Wer diese Sportfunktionäre sind, gibt Alpecin allerdings nicht bekannt. Der Bund Deutscher Radfahrer steckt nach Aussage seines Sprechers jedenfalls nicht dahinter. Offiziell kommentieren will man die Kampagne dennoch nicht.

Alpecin wirbt bereits seit einem Jahr für sein Koffein-Shampoo, das Männern und insbesondere auch Sportlern „neue Energie für die Haare“ verschaffen soll. Das bringe der Begriff „Doping“ im übertragenen Sinn gut auf den Punkt, sagt die Unternehmenssprecherin.

Erst als die Doping-Fälle der diesjährigen Tour de France hochkochten, sei das Unternehmen für seine Alpecin-Kampagne massiv von Sportfunktionären kritisiert worden, sagt die Sprecherin. Alpecin hat im Umfeld von Sportsendungen und auch der Tour de France für sein Koffein-Produkt geworben. Den Kritikern habe die Thematisierung von Doping im Werbeumfeld der Tour de France nicht gepasst, mutmaßt man bei Dr. Kurt Wolff. Beraten wurde das Unternehmen bei der Kampagne für Alpecin von der Brandmeyer Markenberatung, Hamburg.

Auch der Deutsche Werberat ist in Sachen „Doping für die Haare“ angerufen worden. Tenor: Die Alpecin-Kampagne verherrliche das Thema Doping. Der Werberat hat jedoch keinen Grund gesehen die Kampagne zu stoppen. „Zu Recht“, meint Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft, wo der Deutsche Werberat angesiedelt ist. „Man kann davon ausgehen, dass der lebenskompetente Bürger die Aussage richtig einordnet“, sagt Nickel. Wer sich beim Werberat beschwert hat, wird generell nicht bekannt gegeben, um die Beschwerdeführer zu schützen.

Alpecin-Hersteller Dr. Kurt Wolff hat sich zudem noch mal Rückendeckung aus der Bevölkerung holen wollen und eine Umfrage bei dem Marktforschungsinstitut Infratest in Auftrag gegeben. Ergebnis: 64 Prozent der Bevölkerung halten den Slogan für zulässig. Das wird in der aktuellen Zeitungsanzeige ebenfalls thematisiert.

Koffein wirkt erwiesenermaßen leistungssteigernd und ist auch in den Haarwurzeln nachzuweisen. Deswegen hat Alpecin auch einen entsprechenden Warnhinweis auf seinen Verpackungen stehen. Allerdings ist Koffein nicht mehr auf der Dopingliste der Nada (Nationale Anti Doping Agentur). Bisher hat die Nada die Unbedenklichkeit des Alpecin-Koffein-Shampoos nicht bescheinigt, weil man dort angesichts der aktuellen Ereignisse noch einmal Gesprächbedarf mit Alpecin sieht, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt.

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