
Herr Jussufow. Sie haben mit Wadan eine Werftengruppe ohne Aufträge gekauft. Wie soll es weitergehen?
Witalij Jussufow: „Wir haben einen Kundenmarkt, jede Werft muss um Aufträge kämpfen. Auch wir tun dies. Wir sind in drei Prozessen auf der Shortlist mit jeweils einigen anderen Unternehmen neben uns. Ich denke daher, dass wir gute Chancen haben, in naher Zukunft einen Abschluss zu erzielen. Wir haben de facto erst vor vier Wochen mit der Akquise anfangen können. Wir haben uns den Kunden auf einer großen Messe in St. Petersburg erstmals in unserer neuen Aufstellung vorgestellt, das ist bei ihnen gut angekommen.“
Wo sollen die Kunden herkommen, nur aus ihrem Heimatland Russland?
„Wir verhandeln nicht nur mit russischen Firmen, sondern auch mit deutschen, schwedischen, dänischen und französischen. Diese Projekte sind natürlich noch nicht in der letzten Phase, aber bei einigen ist der Prozess schon gut voran geschritten.“
Sie setzen beim Neustart auf den Bau von Spezialschiffen wie Eisbrecher oder LNG-Tanker. Was macht Sie so sicher, dass Sie damit Erfolg haben werden?
„Den Großteil meiner beruflichen Laufbahn habe ich in der Öl- und Gasindustrie verbracht. Aus dieser Erfahrung weiß ich, welch großen Bedarf es nach Spezialschiffen gibt. Wir haben ein Wettrennen beim Erschließen der arktischen Öl- und Gasfelder. Mir ist bereits seit zwei, drei Jahren bewusst, dass die dazu nötig Flotte in Russland nicht vorhanden ist. Der Einstieg bei den Werften in Wismar und Warnemünde war daher eine gute Gelegenheit, um diese Lücke zu füllen.“
Warum müssen es aber die insolventen Wadan-Werften aus Deutschland sein?
„Ich konnte die beiden Werften zu einem guten Preis kaufen. In normalen Zeiten wäre dies nicht möglich gewesen. Die Werften sind perfekt dafür ausgerüstet, um arktische Schiffe zu bauen. Deswegen war es für mich ein logische Entscheidung, sich in dieser Phase zu engagieren.“