Werften schippern mühsam aus der Flaute
"Queen Mary 2": Die Größte, die Längste, die Teuerste

Bloody Mary, Queen of Kitsch oder einfach nur ein Traumschiff? Egal, wie sie genannt wird: Mit der „Queen Mary 2“ verbinden Werften und Reeder die Hoffnung, dass es nach einer langen Durststrecke mit ihrer Branche wieder aufwärts geht.

HB HAMBURG. Wenn Bernard Meyer über den in Frankreich gebauten Ozeanriesen „Queen Mary II“ spricht, kann der 53-jährige Firmenchef der Papenburger Meyer-Werft seine Bewunderung nicht zurückhalten: „Ich als Konkurrent muss zugeben, dass die Queen Mary 2 gut für die gesamte Branche ist und ihr ein positives Image verleiht“ – was der internationale Kreuzfahrtmarkt dringend nötig hat: Terroranschläge und die SARS-Seuche bewogen Reeder dazu, Neubauaufträge zurückzuhalten. So wurden 2003 weltweit nur vier neue Passagierschiffe bestellt – zwei davon baut die Meyer-Werft. In den Boomjahren waren es doppelt so viele.

Für die Zurückhaltung der Reeder nennt Werftenchef Meyer einen weiteren Grund: „Viele internationale Reedereien befinden sich in einer Konsolidierungsphase“ – wie etwa die Carnival Corporation aus Miami. Sie hat vergangenes Jahr den britischen Reederei-Giganten P&O geschluckt und dominiert jetzt mit 60 % den weltweiten Kreuzfahrtmarkt. Der US-Konzern vergibt derzeit laut Meyer keine Neubauaufträge, weil er in den nächsten Jahren noch elf Schiffe aus Altverträgen erwartet. Auch der aus Kuala Lumpur stammende Konkurrent Star Cruises hält sich mit Neubauten zurück. Das malaysische Unternehmen plagen andere Sorgen: Wegen der SARS-Seuchenfälle zog das Unternehmen seine Schiffe von Singapur und Hongkong nach Australien ab. Star Cruises deckt zusammen mit dem drittgrößten US-Konkurrenten Royal Caribbean weitere 30 % des Kreuzfahrtmarkts ab.

Vor allem für europäische Werften wie Meyer, die italienische Fincantieri und die finnische Kvaerner Masa Yards ist der geschrumpfte Abnehmermarkt ein Problem: „Weniger Reedereien stehen der gleichen Zahl von Werften gegenüber. Dies erhöht natürlich den Druck auf die Neubaupreise, wodurch viele Werften in Europa Ertragsprobleme bekommen“, sagt Werner Schöttelndreyer, Chef des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM).

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