Werften
Thyssen wirft Ballast über Bord

Der Werftenkonzern Abu Dhabi Mar legt große Hoffnungen in die Werften-Kooperation mit Thyssen-Krupp. Das Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird von Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) die Mehrheit an der Traditionswerft Blohm + Voss sowie die Hälfte von der neuen Gesellschaft Blohm + Voss Navel erwerben.

FRANKFURT/HAMBURG. Der Thyssen-Krupp-Konzern hat nach langer Suche einen Partner für weite Teile seiner kriselnden Werftensparte gefunden. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit dem arabischen Werftenverbund Abu Dhabi Mar sowohl im militärischen als auch im zivilen Schiffbau.

Belastet von Schiffsstornierungen und Kosten für die Restrukturierung ist die Sparte Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust soll bei rund einer halben Mrd. Euro liegen. Um die Defizite künftig zu begrenzen, gab Thyssen bereits einen Teil des zivilen Schiffbaus ab.

Den großen Wurf, der auch das militärische Geschäft umfasst, holt Spartenvorstand Olaf Berlien nun nach. Künftig wird TKMS zusammen mit Abu Dhabi Mar Fregatten und Korvetten bauen. Die Araber sollen die Hälfte von Blohm + Voss Navel erwerben; in die Gemeinschaftsfirma will TKMS sein Geschäft mit Überwasser-Marineschiffen einbringen. Der krisenfeste Bau konventioneller U-Boote verbleibt vollständig bei Thyssen. Die Deutschen führen in diesem Bereich den Weltmarkt an.

Bedenken gegen einen Einstieg der Firma vom Golf in die deutsche Marinewerft sieht Berlien nicht, hat er den Deal doch bereits mit Regierungsvertretern abgesprochen. Die Politik will das Geschäft dennoch genau prüfen und könnte es im Zweifel auch untersagen.

Die Partner aus Deutschland und Abu Dhabi wollen den Markt unter sich aufteilen. Während Thyssen-Krupp für die Länder des Verteidigungsbündnisses Nato zuständig ist, soll Abu Dhabi Mar in der Golf-Region und Nordafrika Aufträge gewinnen. Die anderen Weltregionen wie Asien, Afrika und Südamerika wollen beide Seiten aufteilen. „Dies hängt davon ab, welche Position der jeweilige Partner in der Region hat“, sagte Iskandar Safa, Geschäftsführer und Mitinhaber von Abu Dhabi Mar.

Er zeigte sich zuversichtlich, bald neue Bestellungen für Marineschiffe und Megayachten verbuchen zu können. Es gebe vielversprechende Gespräche, sagte Safa. Der arabische Manager zeigte sich offen für den Einstieg weiterer Unternehmen in die geplante Gemeinschaftsfirma. „An dem Joint Venture können sich weitere Partner beteiligen“, sagte er.

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