Werk Bochum in Gefahr
Wählt Opel!

General Motors entscheidet über die Zukunft des Opel-Werks in Bochum - und platzt damit mitten in den Wahlkampf. Die Manager wissen: Das ist eine günstige Phase für Staatshilfe. Eilige Politiker sind schon zur Stelle.
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Düsseldorf/BerlinDer Bochumer Opel-Betriebsrat und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben die Konzernmutter General Motors (GM) vor der „teuersten Werksschließung aller Zeiten“ bei einem Aus für die Fabrik gewarnt. „Eine Schließung von Bochum werden wir niemals akzeptieren oder sozialverträglich gestalten“, heißt es in einer Erklärung von Betriebsratschef Reiner Einenkel und IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. Sie verlangen den dauerhaften Erhalt des Werkes.

Doch für die Politik könnte die Drohung mit dem Aus schon vorher teuer werden. General Motors versucht ganz offensichtlich den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen zu nutzen, um staatliche Hilfen für seine Europa-Tochter herauszuholen. Auch wenn ein Opel-Sprecher Handelsblatt Online sagt: „Wir haben die Diskussion um Bochum nicht lanciert, und sie hilft uns nicht“, ist es mit Sicherheit kein Zufall, dass sie wieder hochkocht, seit die Neuwahlen in NRW Mitte Mai feststehen. In der Fabrik sind 3200 Mitarbeiter beschäftigt. Für ihre bevorstehende Schließung will im Wahlkampf keine Partei verantwortlich gemacht werden. Zumal die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebiet schätzt, dass 20.000 Arbeitsplätze im Kammerbezirk an dem Werk hängen, und ein IHK-Sprecher sagt: „Eine Schließung des Opel-Werks Bochum wäre für diese Region und die Menschen absolut katastrophal.“

Schon vor knapp zwei Jahren hatte GM beim Gerangel um Staatshilfe für Opel versucht, die Politik für seine Zwecke einzuspannen, Verkaufspläne für die Tochter an ein Konsortium, zu dem unter anderem der Autozulieferer Magna zählte, dann aber im letzten Moment gestoppt und Bundeskanzlerin Angela Merkel damit vor den Kopf gestoßen. Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte den Konzern damals als das „hässliche Gesicht des Turbokapitalismus“ beschimpft.

Am vergangenen Freitag hatte das Handelsblatt interne Pläne veröffentlicht, wonach GM prüft, zwei Werke in Europa zu schließen, um seine Überkapazitäten abzubauen. Außer aus politischem Kalkül besteht mit Blick auf Bochum allerdings keinerlei Eile, denn bis Ende 2014 gilt eine Standortgarantie für das Werk. Um es auf den Stand moderner Produktionsstätten zu bringen, sind laut Konzernkreisen 200 Millionen Euro nötig.

Eine Vorentscheidung über Bochum wurde auf Opels heutiger Aufsichtsratssitzung erwartet. Werksschließungen standen dabei offiziell nicht auf der Tagesordnung. In einem Fünf-Jahres-Plan, über den abgestimmt werden sollte, ist aber von Reduzierungen der Fixkosten die Rede. Doch Arbeitnehmer und Vorstand bei Opel haben ihren Konflikt um Überkapazitäten und weitere Einsparungen am Mittwoch vertagt. Der Aufsichtsrat fasste keine Beschlüsse über die weitere Sanierung der chronisch defizitären GM-Tochter.

Kommentare zu " Werk Bochum in Gefahr : Wählt Opel!"

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  • sowas geht natürlich nicht mit intelligenten Menschen:
    sowas kann man kaufen: in Havard, Cambridge oder aus St. Blasien.
    Natürlich gibt es noch weit mehr Bildungseinrichtungen wo man sowas einkaufen geht: Davos zum Beispiel, da treffen sich die Eingekauften im Dutzend billiger: mit Hubschraubern oder einer Bombardier Canadair Regional Jet läßt es sich doch gleich viel leichter parlieren.
    Und das Personal?
    Das wird weiterhin vor sich hindumpfen: as used.
    Notfalls wird es einfach sterbien.

  • Saab?
    Hau wech die Scheisse.
    Opel?
    der gleiche Dreck und das Personal meckert auch noch.

    GM?
    Frankfurt, Paris, Tokyo?
    Rumänien oder andere Henkelohren mit EU-Mitteln um die Scheiße weiterzumachen.

    Und die Frisur sitzt: immer dran denken wie fein frisiert und gekleidet man sich da gegenübersitzt: wie aus der Shampoo-Werbung.

  • Das ist Fertigungstiefe a la GM.

    Fein: raus mit dem Scheißpersonal, Schlecker hatte von den alten Nazis auch gelernt.

    Suppi!!! Danach dann auf den Mond oder auf den Mars.


    SUUUUUPPPPIIIIIII!

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